Weiberfastnacht am Rhein Karnevalisten wollen „die Freiheit feiern“
Köln · Vor Beginn des Straßenkarnevals haben Islamisten Drohungen verbreitet. Doch davon lassen sich die Jecken aus dem In- und Ausland nicht abschrecken: „Wir dürfen nicht in Angst leben“, sagen sie.
In der Karnevalshochburg Köln haben sich am Morgen viele 1000 Kostümierte zum Auftakt des Straßenkarnevals eingefunden. Darunter war auch das ein oder andere völlig ausgefallene Outfit. Der israelische Student Livne etwa hat sich als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit blonder Perücke, gelb-blauem Ukraine-Schal und Europa-Fähnchen verkleidet. Sein Kostüm habe eine politische, proeuropäische Botschaft, erklärt er. „Europäer dürfen ruhig etwas stolzer auf ihren Kontinent sein und die Tatsache, dass sie westliche, liberale Werte verteidigen.“ Die Europäische Union sei ein großartiges Projekt. Was den Karneval selbst betreffe: „Es ist mein erstes Mal hier, ich weiß absolut nichts darüber.“
Richard und Anouk, kostümiert als Höhlenmenschen, sind aus den Niederlanden schon zum zweiten Mal zum Karneval nach Köln gekommen. Sie hätten sich schon seit Wochen darauf gefreut, sagt Richard. „Alle Leute sind so freundlich“, schwärmt Anouk. „Zum Beispiel, wenn man jemanden aus Versehen schubst, dann entschuldigt sich der andere - sehr höflich!“ Das abstrakte Risiko eines Anschlags habe sie nicht abhalten können: „Sollen wir immer zuhause bleiben?“, fragt Anouk. „Wir dürfen nicht in Angst leben, sondern müssen die Freiheit feiern“, sagt Richard. „Und ein bisschen aufeinander aufpassen“, ergänzt Anouk.
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