Interview mit Sekten-Experte Christoph Grotepass Scientology wirbt neue Mitglieder in Krefeld – und im Internet

Krefeld · Für Samstag ist ein Infostand von Scientology in der Innenstadt genehmigt. Sichtbar wird der Name vermutlich nicht.

Die umstrittene Organisation Scientology, die sich selbst als Kirche bezeichnet, steht in Deutschland seit Jahren unter staatlicher Beobachtung.

Foto: picture alliance / Jens Kalaene//Jens Kalaene/dpa

Für den heutigen Samstag, 5. April, hat die Stadt Krefeld der Organisation „Celebrity Centre Rheinland Scientology Kirche“ eine Genehmigung für die Aufstellung eines Infostandes auf dem Südwall zwischen Hoch- und Neusser Straße erteilt. Die Organisation wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil ihre Lehre eine Gefahr für die freiheitliche Grundordnung darstellen soll. Die Konsequenzen dieser Lehre seien laut Verfassungsschutz, dass letztlich alle Menschen im Rahmen scientologischer Vorstellungen leben sollen. Hieraus könne der Schluss gezogen werden, dass so etwas wie eine Weltherrschaft angestrebt wird. Scientologen teilten die Gesellschaft in „Nichtabberierte“ und „Abberierte“ (Nicht-Scientologen) auf. Letztere seien nach scientologischen Vorstellungen in einzelnen Menschenrechten einzuschränken. Die Stadt Krefeld schreibt auf Anfrage, dass die Tätigkeit der Scientology unter den durch das Grundgesetz garantierten Schutz der Meinungsfreiheit sowie des Versammlungsrechts fällt. Der Umstand, dass Scientology beobachtet wird, weil Teile ihrer Aktivitäten durch den Verfassungsschutz geprüft werden, berühre nicht das grundsätzliche Recht auf Meinungsäußerung. Die Westdeutsche Zeitung hat dazu mit Christoph Grotepass gesprochen, Leiter der Beratungsstelle Sekten-Info Nordrhein-Westfalen.