Ratingen. „Die kenn’ ich doch!“ Dieser Satz wird ab der nächsten Woche wohl öfter in der Innenstadt, besonders auf der Ober-straße zu hören sein. Denn „die“ ist stadtbekannt – nicht nur wegen ihres leuchtenden Blond und markanten Lachen: Wer im Sommer- oder Winterbrauchtum sowie in der Sportszene sich etwas zuhause fühlt, kennt Christa Kunkel einfach.
Jetzt wagt sie mit 55 Jahren zusammen mit ihrem Sohn Markus (33) den Schritt in die Selbstständigkeit. Nächste Woche eröffnet sie im Haus Oberstraße 44 ihr Geschäft: den Imbiss „Curry 44“. Nicht indische oder thailändische Spezialitäten werden auf der Karte stehen, sondern die original Berliner Currywurst. „In Kaiserswerth stehen die Leute in der Mittagspause lange in der Schlange, ich glaube auch die Ratinger werden diese Wurst lieben“, sagt die Geschäftsführerin zuversichtlich.
Warum ein Imbiss? „Ich brauchte ’was Neues. Ich habe mich nach und nach aus allem zurückgezogen, aus dem Karneval, aus der Politik, und dann gemerkt, dass mir etwas fehlt“, erklärt Kunkel. Und da Pizza und Döner fast an jeder Ecke zu haben sei, eine gute Currywurst jedoch nicht, wollte sie diese Marktlücke schließen. „Ursprünglich wollte ich in einem mobilen Wagen an verschiedenen Standorten stehen.“ Das sei nicht mehr zeitgemäß, stieß sie bei der Stadtverwaltung auf wenig Gegenliebe. Als sie dann im Internet auf das Angebot eines türkischen Maklers stieß, der ein „Ladenlokal in der Innenstadt“ anbot, kam bei Kunkel eine Maschinerie in Gang.
Bloß Wurst und Pommes verkaufen, das passe nicht zu ihr. „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“ Und richtig heißt in diesem Fall, dass sie an der Oberstraße 44 nicht eine schnöde Imbissbude aufmache, sondern einen durchgestylten Laden. Sonnengelb sind Wände und Decken gestrichen, auf den Stehtischen werden weinrote Damastdecken liegen – in der gleichen Farbe wie die Bezüge der Hochsitzbänke.
Als Hingucker hat Kunkel auf holländischen Flohmärkten alte Lüster aufgetrieben, an die Wände sollen alte Goldrahmen mit Spiegeln. Und selbst der profane Dunstabzug über der Kochstelle wurde aufgepeppt: Die Hildener Künstlerin Kirsten Graf verschönerte die Verkleidung mit farbenfrohen Figuren. „Ich will, dass Leute, die Zeit und Lust darauf haben, die Currywurst hier auch zelebrieren können“, erklärt Christa Kunkel ihr Konzept. Dazu gehöre auch, dass auf modern geformtem Porzellangeschirr serviert wird. Auch als Geschäftsführerin will sie selbst im Service mitarbeiten. „Das lasse ich mir nicht nehmen. Für mich ist das alles eine neue Herausforderung.“
Neben der beliebten Currywurst und Berliner Frikadellen will Kunkel auch einige Besonderheiten anbieten – vor allem auf der Getränkekarte: „Zilles Fassbrause“ im Klickverschluss, klassische Berliner Weiße, aber auch diverse Weine. Zur Eröffnung am 18. Juni will sie die Ratinger mit einem Sonderangebot auf den Geschmack bringen: Dann gibt es 444 Currywürste für je 44 Cent.