Büderich: Weyhe-Park ist zu retten

Rettet Haus Meer: Aktionsgemeinschaft feiert Geburtstag des Gartenarchitekten.

<strong>Büderich. Das Timing ist trotz des Regens gut, auch wenn am Samstagmittag Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage eines der wenigen neuen Gesichter auf der Geburtstagsfeier der Aktionsgemeinschaft Rettet Haus Meer ist. Dort politisieren die Kämpfer, heute kämpfen die Politiker: In einer gemeinsamen Sitzung des Kultur- und Planungsausschusses soll das Parkpflegewerk für einen öffentlich genutzten Weyhe-Park vorgestellt werden. Außerdem will die FDP ein Modell "Bürgerstiftung und Immobilienfonds" vorstellen, das dessen Finanzierung ohne Kostenbelastung für die Stadt sicherstellen könnte. Die Aktionsgemeinschaft feierte im übrigen nicht ihren eigenen, sondern den 200. Geburtstag des Mannes, der 1865 den Park von Kloster und Schloss Meer entworfen hat: Joseph Clemens Weyhe. Etwa 100 Menschen stoppen an den Stehtischen und werfen einen Blick unters Zeltdach, um in Ruhe die Fotos des Geländes zu betrachten, an dessen Rand man sich befindet: vor der Viniversität und mit Blick auf die Immunitätsmauer und den restaurierten Gutshof ist man in Reichweite der Remise.

Einen Schatz aus dem Schwerter Archiv geborgen

Wie vor einem Schatz sitzt Rosemarie Vogelsang, Kunsthistorikerin, Archäologin und städtische Denkmalbeauftragte, vor ihren foliengeschützten Park-Plänen - die historischen Entwürfe des Königlichen Hofgarten-Direktors Joseph Clemens Weyhe, floral geschwungene Wegesysteme, Wasser, grüne Freiflächen, Bäume. Vogelsang und mit ihr Paul Hoffmann (Geschichtsverein Meerbusch) geraten ins Schwärmen angesichts der Dokumente, die Vogelsang beispielweise von dem Archiv in Schwerte anvertraut wurden. "Einfach so, auf Vertrauensbasis", habe man ihr diese Schätze ausgehändigt, beschreibt Vogelsang ihren ganz persönlichen Festtag.

Doch ihre Freude ist begrenzt: Von 20 Parks, die der Gartenkünstler Joseph Clemens Weyhe um Anwesen wie die von Krupp oder Waldhausen (Essen) anlegte, existieren nur noch der Lantzscher Park in Lohausen (1858), Park Villigst bei Schwerte (1868) und der Park des Barmener Verschönerungsvereins (1864) in Wuppertal. Haus Meer, von Vogelsang erst 2003 Weyhe zugeschrieben, könnte der vierte werden. Noch sei Haus Meer zu rekonstrieren, sagen die Retter. Mit Park und für die Öffentlichkeit.

Das Parkpflegewerk von Haus Meer ist am Dienstag Thema der gemeinsamen Sitzung des Kultur- und Planungsausschusses.

Sitzungsbeginn ist um 17 Uhr im Mataré-Gymnasium, Niederdonker Straße 32, in Büderich. Die Diskussion ist öffentlich.