Königsschiessen: Thomas Kunze rettet das Büdericher Schützenfest
Erst wollte keiner, dann sah der Grenadier die Chance, seinen Traum zu erfüllen.
Büderich. In fragende Gesichter blickte man am Samstagnachmittag auf der Schießanlage an der Kanzlei. Es fand sich einfach kein Kandidat, der die Königswürde in diesem Jahr wahrnehmen wollte.
Gegen 17 Uhr dann die große Erleichterung bei den Verantwortlichen der St. Sebastianus-Bruderschaft: "Ich mach’s!", sprudelte es aus Thomas Kunze hervor, nachdem er sich von Freundin Isabella Kutscher und nicht zuletzt von seinem Vater den Segen geholt hatte.
Mit strahlendem Gesicht schritt der 29-Jährige forsch nach vorne, schnappte sich das Gewehr und holte die Silberplakette mit dem zweiten Schuss von der Stange - das Büdericher Schützenfest an Pfingsten ist gerettet.
Kunze ist Mitglied bei der 1. Grenadier-Kompanie. Der selbstständige Gas- und Wasser-Installateur mit Meisterbrief - so wurde nach dem Goldenen Schuss glaubhaft kolportiert - erfüllt sich mit der Übernahme der Schützenkrone einen lang gehegten Traum, der morgens aber wohl noch nicht so ganz ausgereift schien. "Das war so eigentlich nicht geplant", flüsterte Kunze einem Freund zu, nachdem er die Glückwünsche seiner Kameraden entgegengenommen hatte.
Das Vogelschießen war das letzte, das auf der Kanzlei stattfand. Die Schützen ziehen im kommenden Jahr an das Hallenbad um, aus dem alten Sportplatz wird Bauland. Dementsprechend ausgelassen feierten die Brauchtumsfreunde Abschied. Beim Proklamationsball im Bürgersaal wurde Thomas Kunze schließlich in sein neues Amt eingeführt.