Meerbusch: Fluglärm - Verspätungen nicht mehr tolerieren

Meerbusch drängt auf eine strikte Regelung bei der Genehmigung von Nachtflügen.

Meerbusch. Am 31. Oktober läuft die Nachtflugbeschränkung für den Flughafen Düsseldorf aus. Damit der zur Regel gewordenen Überschreitung zulässiger Landungen nach 23 Uhr in Zukunft Einhalt geboten wird, hat die Stadt Meerbusch gestern im Abstimmung mit der Stadt Kaarst im Hauptausschuss ein Papier verabschiedet, das Punkte auflistet, die es abzustellen gilt.

In der Fluglärmkommission hofft Bürgermeister Dieter Spindler nun darauf, eine Mehrheit hinter sich zu scharen, damit das (lediglich beratende) Gremium dem NRW-Verkehrsminister den Änderungsantrag mit Nachdruck ans Herz legt.

Erster Knackpunkt: Landungen nach 23 Uhr sind zwar prinzipiell nicht erlaubt, bei Fluglinien, die in Düsseldorf ihren Wartungsschwerpunkt haben (Homebase-Carrier), werden Verspätungen von koordinierten Flügen aber billigend in Kauf genommen.

"Dagegen gibt es keine Handhabe", bedauert Spindler. 1615 Landungen habe es 2005 zwischen 23 und 23.59 Uhr gegeben, 2006 waren es immer noch 1507. "Das können wir so nicht hinnehmen", plädiert das Stadtoberhaupt für eine strikte Ausnahmegenehmigung, die bei einem Verstoß entsprechend sanktioniert wird.

Lärmzertifizierte Propeller-Flieger sind darüber hinaus bislang von der Regelung ausgenommen, "obwohl sie längst auch zu Frachtzwecken eingesetzt werden", so Spindler, der fordert, dass diese Flugzeuge nicht anders als Jets behandelt werden.

Einige Zugeständnisse will man dem Flughafen dann aber doch einräumen: So soll bei unvorhergesehenen Situationen ebenso eine Karenzzeit bis 23.15 Uhr gewährt werden wie in "begründeten Einzelfällen" nachts geflogen werden darf. "Bei der Bombendrohung war der Flugverkehr über Stunden komplett lahmgelegt. Die Flieger müssen aber nach einer Entwarnung ja alle irgendwie wieder wegkommen", nennt der Bürgermeister ein Beispiel.

Spindler ist guter Dinge, trotz eines Kräfteverhältnisses von 50:50 in der Fluglärmkommission zumindest die Vertreter der Kommunen von der Notwendigkeit einer Anpassung der Nachtflugbeschränkung zu überzeugen. Bei NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke sei man bei solchen Anliegen zwar auch in der Vergangenheit auf Verständnis gestoßen, "nur hapert es mit der Umsetzung".