Osterath: Sprengung - Schornstein hartnäckiger als gedacht
Der vom THW auf dem Ostara-Gelände gesprengte Schornstein fällt erst beim zweiten Versuch.
<strong>Osterath. "Handys aus. Und keine Fragen jetzt. Dafür bleibt hinterher noch Zeit." Streng weist Jörn-Peter Urbanek vom Technischen Hilfswerk (THW) die Mitarbeiter von Presse und Fernsehen zurecht. Noch gut zehn Minuten, dann soll der alte Schornstein auf dem ehemaligen Ostara-Gelände fallen. Viele Schaulustige haben sich an Winklerweg und Meerbuscher Straße eingefunden, um dem Spektakel beizuwohnen. Sogar die Artisten des gerade in Osterath gastierenden Zirkus Traber konnten sich ein Plätzchen auf der Mauer sichern, von wo aus sie einen guten Überblick über das bereits fast gänzlich geräumte Gelände haben. Das sieht Urbanek zwar gar nicht gerne, lässt sie aber gewähren.
Über das Funkgerät eines THW-Mitarbeiters wird der Countdown heruntergezählt: "Drei, zwei, eins. . ." - ein lauter Knall ertönt, Rauch steigt auf, und. . . - der Schornstein steht immer noch.
Nur eine von 13 Sprengladungen wurde aus unerfindlichen Gründen nicht gezündet, wird Urbanek später erklären. "Das hat aber ausgereicht. Ein quadratischer Sockel ist stehengeblieben und hat so verhindert, dass der Schornstein einknickt", so der Einsatzleiter.
Nicht so schlimm, ist ja ohnehin nur eine Übung. "Natürlich hätte man den Schornstein auch mit herkömmlichen Methoden zum Einsturz bringen können", räumt der Sprengstoff-Experte ein. "Für uns sind solche Übungen aber sehr wichtig."