Rhein Kreis Neuss: Tag der Architektur - Die Trends der Baukunst

Am 16. und 17. Juni sind die Häuser die Stars. Zu der landesweiten Aktion der Architektenkammer NRW stehen auch 14 Objekte im Rhein-Kreis Neuss offen.

Rhein-Kreis Neuss. Ein "Leuchtturm" für Neuss - das war das Haus am Pegel, als vor eineinhalb Jahren Einzug gefeiert wurde. Heute ist das ehemalige Hafenlager an der Hammer Landstraße nicht nur eine moderne Verbindung zwischen Industrie und Innenstadt, sondern auch ein architektonischer Fixpunkt in Neuss. Die Düsseldorfer Architekten Fritschi, Stahl und Baum stellen ihr Werk am Wochenende 16. und 17. Juni im Rahmen des Tag der Architektur nochmals der Öffentlichkeit vor. Am diesjährigen Projekt der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) sind 13 weitere Objekte im Rhein-Kreis Neuss beteiligt. Das ist nicht nur was für "Fachidioten", wie Christian Rose von der AKNW sagt. "Jeder Laie kann vor Ort Anregungen für ein eigenes Projekt finden und Kontakte knüpfen." Die Bauherren und Architekten stehen zu bestimmten Zeiten für Gespräche zur Verfügung und bieten Führungen an. Die Trends des Jahres:

Barrierefreies Wohnen: Mit dem Rollstuhl ins Dachgeschoss

Guido Heise aus Grevenbroich-Kapellen sitzt im Rollstuhl; seine Wohnung befindet sich im Dachgeschoss. Die Lösung: ein Außenaufzug. "Damit kommt man von der Hofauffahrt direkt ins Erdgeschoss, wo die Eltern wohnen, und bis auf den Balkon", so Architekt Jan Prühs. Hier befindet sich auch der Eingang zur Wohnung. Die zweite Anforderung war, alle Räume von Stolperfallen zu befreien. Prühs sagt: "Ich habe mir vorgestellt, dass ich mit einer Tasse Kaffee im Schoß durch die Wohnung rollen kann, ohne etwas zu verschütten." Selbst die Dusche ist spielend leicht mit dem Rollstuhl zu erreichen. Zusätzlich wurden die Türen den Maßen des Rollstuhls entsprechend verbreitert und die Fenster "tiefergelegt".

Bauen im Bestand: Ein moderner Farbtupfer im Ort

Seit 1918 existierte das Haus im Ortskern von Meerbusch-Büderich mit angeschlossenem Schuppen. Die Fassade war, wie alle Häuser in der Nachbarschaft, mausgrau. Die drei Besitzer wollten etwas Neues. Hildegund Luczak erklärt: "Es war unmöglich, aus dem Einfamilienhaus zwei Wohnungen zu machen." Also wurde das bestehende Haus entkernt und saniert. Der Schuppen dagegen fiel dem Abrissbagger zum Opfer. An seinem Platz steht nach den bloß neun Monaten dauernden Bauarbeiten nun eine topmoderne zweigeschossige Doppelhaushälfte. Mit ihrem satten Rot ist sie nicht nur ein Blickfang in der Nachbarschaft, sondern zugleich energieeffizient.

Energiespar-Häuser: Null Heizkosten dank Fotovoltaik

Das Mehrfamilienhaus im Neusser Ortsteil Neuenbaum ist so etwas wie ein Paradebeispiel für energieeffizientes Wohnen. Dank 20 Zentimeter dicker Polystyrol-Hartschaumplatten in den Wänden und einer Lüftungsanlage bleibt die Wärme im Winter in den fünf Wohnungen, im Sommer dagegen wird sie ferngehalten. Zum Heizen wird ein Brennwertkessel mit Rapsöl verwendet. Die Kosten für jährlich rund 1500 Liter Rapsöl holt die Fotovoltaikanlage auf dem Dach wieder rein. Architekt Ingo Tintemann sagt: "Die Einspeisevergütung hat bislang sogar mehr als die Auslagen eingebracht, so dass die Eigentümer bereits Gewinn gemacht haben."

Informationen rund um den Tag der Architektur

Die genauen Daten über alle Objekte sind in einer Broschüre nachzulesen, die man bestellen kann bei der Architektenkammer NRW, Zollhof 1, 40221 Düsseldorf, 2 0211-49 670, E-Mail an info@aknw.de.