Kaarst: Ausstellung - Gekonnte Nähte, viel Farbe und ein Kokon-Ei

In der Städtischen Galerie zeigen vier junge Künstler der Kunstakademie ihre Werke.

Kaarst. Traditionell zum Start des städtischen Galerieprogrammes zeigen junge Künstler der Kunstakademie Düsseldorf ihre Arbeiten in der Städtischen Galerie Kaarst. Im Rathaus Büttgen sind bis zum 16. März die Werke von Florian Fausch, Gabriele Kaiser-Schanz, Akiko Ozasa und Veronika Peddinghaus zu sehen.

"Florian Fausch hat soeben mit einem Riesengemälde sein Diplom an der Kunstakademie Düsseldorf gemacht. Der junge Mann war mir schon mit seinen ersten farbenfrohen Bildern aufgefallen", berichtet Kunstkritikerin Helga Meister, die in die gezeigten Arbeiten einführte. Anfangs sei es noch ein ängstliches Addieren von Farbbausteinen gewesen, jetzt sei vitaler Elan zu erkennen: "Nichts als Farbe, die rauscht und strömt."

Ebenso beobachtet Helga Meister schon seit Jahren Veronika Peddinghaus: "Sie hat von ihrem Lehrer Thomas Ruff die Neugierde geerbt", weiß die Kunstkritikerin. Seit dem Weggang des Fotografie-Lehrers arbeitet die 29-Jährige in einer Malerklasse. "Dort verwandelt sie das Banale ins Schöne und kehrt nach dem Gang durch die Fotogeschichte zur Farbe zurück", erläutert Meister.

Gabriele Kaiser-Schanz, die Älteste und Erfahrenste: Sie zeigt einen "Kokon", so nennt sie den Zyklus, der aus Objekt, Video und Fotografie besteht. Er enthält vor allem ein übergroßes Ei, dem die Künstlerin tatsächlich entschlüpft ist. "Sie hat dazu ein Modell geschweißt, mit Gips bedeckt, mit handgeschöpftem Hanfpapier und Kleister kaschiert, und immer wieder neue Schichten über den Gips aufgetragen", erläutert Meister. Schließlich ist Gabriele Kaiser-Schanz dem Ei entschlüpft. "Von der Geburt als schöpferischem Vorgang gibt es unzählige Vorbilder", sagt Helga Meister.

Akiko Ozasa, die in ihrer japanischen Heimat traditionelle Malerei studierte, hat den Pinsel durch die Nähmaschine ersetzt. "Sie zeigt ein Mädchen beim Ausziehen. Wenn Sie jedoch näher herantreten, sehen Sie, dass die Hüllen Schlangen mit Schlangenköpfen sind. Und mit jeder neuen Haut kommen neue Mädchen hervor. Ein unendlicher Vorgang, genial in der genähten Zeichnung gelöst", lobt Meister. Öffnungszeiten: Mo-Mi 9 bis 12, 14 bis 16 Uhr, Do bis 18 Uhr, Fr + Sa 9 bis 12 Uhr. Eintritt frei.