Kaarst: Modellbahnen - Zeitreise im Mini-Format
Zur 22. internationalen Ausstellung zeigen 21 Gruppen im Einstein-Forum ihre Anlagen.
Kaarst. Um die vielen Details zu entdecken, lohnt sich ein genauer Blick - und ein gutes Auge. "Wir arbeiten mit viel Liebe zum Detail und genau das hält auch unsere Gruppe seit fast 30 Jahren zusammen", sagt Horst Wolf, Sprecher der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft Kaarst (MAK).
Zur 22. internationalen Modellbahnausstellung im Albert-Einstein-Forum wollte die Gruppe etwas Besonderes bieten. "Viel Action", wie Wolf sagt. Das zeigt sich bei den beiden Männern, die Holz sägen und gerade einmal einen Zentimeter groß sind. Ein anderes Männchen fällt sogar mit einer Mini-Axt eine Tanne - die knapp neben die Gleise stürzt. Jeder der 20 Mitglieder beteiligt sich mit unterschiedlichen Modulen wie Radarfalle, Feuerwehr oder Schiffsbeladung an der großen Anlage. Die MAK Kaarst verfügt über vier weitere transportable Modellbahnanlagen - ebenfalls in der Spur N. Sie zeigen das Wolfstal, die Wolfsschlucht, Kaarst-Büttgen und Amerika.
Neues Modul in der MAK-Anlage ist eine Fähre, die einen Zug von einem zum anderen Ufer transportiert. Da müssen die Lokführer besonders aufmerksam sein. "Einen Zug haben wir bereits versenkt", berichtet Wolf. Eine Zeitreise erlebt das Modell der Regiobahn. Start und Haltepunkt war der Kaarster See nach heutigem Vorbild. Doch auf dem Weg Richtung Mettmann macht der Zug Station am Kaarster Bahnhof, so wie er vor 30 Jahren aussah.
Im Albert-Einstein-Forum stellen am Wochenende 21 Gruppen mit rund 60 Modellbahnfreunden aus. Sie kommen aus der Schweiz, Belgien und den Niederlanden. Die Aussteller widmen sich Regionen, in denen sie nicht heimisch sind. So erinnert die Landschaft eines holländischen Teams mit ihren vielen Fachwerkhäusern an die Eifel oder das Sauerland. Mehrere Aussteller lassen Güterzüge mit mehr als 20 Waggons durch Amerika fahren - manchmal zwischen mächtigen Felsen durch, manchmal entlang der Skyline einer Großstadt.
Und bei den Modellbahnern nach wie vor beliebt: sich nicht nur mit der Schiene zu beschäftigen. So fahren kleine Modellautos über Straßen. Ein Magnet an der Lenkachse führt den Wagen über einen in den Straßen eingearbeiteten Draht. Besonders detailgetreu sind Reliefhäuser: Ihre Fassade zeigt das Foto eines real existierenden Gebäudes. Wer handwerklich nicht so begabt ist, kann mit leichten Bastelgriffen einen Straßenzug nachbauen.