Neuss: Herz aus dem Takt - Daten per Telefon ins Lukaskrankenhaus

Patienten mit implantierten Defibrillatoren jetzt besser versorgt.

Neuss. Im Dezember hat die Medizinische KlinikI des Lukaskrankenhauses unter Leitung von Prof. Michael Haude begonnen, Patienten mit einem implantierten Defibrillator mit einem CareLink-Monitor auszustatten. Dieses Gerät ermöglicht Patienten, die im Defibrillator gespeicherten Herzrhythmus- und Gerätedaten per telefonischer Fernübertragung regelmäßig oder bei Bedarf an den Arzt zu senden.

Das Lukaskrankenhaus war die erste Klinik in Deutschland, in der dieses "Telemonitoring" außerhalb von Studien eingesetzt wurde. Am Lukas ist bereits etwa 300 Patienten ein Defibrillator implantiert worden. Die meisten von ihnen sollen nun nach und nach "vernetzt" werden, so Oberarzt Dr. Carsten Stoepel. Bisher sind schon 62 Männer und Frauen mit der neuen Möglichkeit der Medizintechnik ausgerüstet.

Dieses Home-Monitoring sei keine Notfallmaßmaßnahme, sondern entlaste durch die einfachere Abfrage und Übertragung Patienten wie Klinik, so Stoepel. Implantierbare Defibrillatoren können Herzrhythmustätigkeiten und Geräteleistungen aufzeichnen, Störungen aber auch selbstständig beheben. Die regelmäßige Abfrage der Daten in der Klinik entfällt bei dem Home-Monitoring weitgehend. Erlebt der Patient eine gefährliche Störung - die wird vom Defibrillator behoben - kann der Arzt Minuten später den kompletten Datensatz in der Klinik auslesen.