Neuss: Hilfe für das Landestheater
RLT: CDU und SPD fordern Rücknahme der Kürzungen.
Neuss. Das nennt man eine Watsche für die Kulturverwaltung: In einem gemeinsamen Papier stellten CDU und SPD gestern im Kulturausschuss ihre Positionen zum Rheinischen Landestheater klar, die deutlich über die Drucksache der Verwaltung hinausgehen. So wird vor allem die Verantwortung der Stadt Neuss für das Theater hervorgehoben, und die bereits vom Landestheater eingegangene Selbstverpflichtung, durch eigene Maßnahmen die Einnahmen zu steigern, wird ausdrücklich gewürdigt. Beides kam im Papier der Kulturverwaltung nicht vor.
Die beiden großen Fraktionen gehen aber noch weiter. Angesichts der zu erwartenden Tarifsteigerungen wird ein anteiliger städtischer Zuschuss in Höhe von 23000Euro empfohlen - in dem Wissen, dass der nicht innerhalb des Budgets ausgeglichen werden kann. Konkret soll der Trägerverein auch mit dem Vermieter, dem (rein städtischen) Neusser Bauverein, über eine Reduzierung der Miete sprechen. Mit dem Land soll über einen Fördervertrag verhandelt werden, der längerfristige Zuschüsse für das Theater sichert. Und die Verwaltung wird schließlich ermächtigt, die für 2008 bereits beschlossenen städtischen Kürzungen zurückzunehmen, wenn dadurch ein stärkeres finanzielles Engagement des Landes erreicht werden kann.
Das erscheint nicht unwahrscheinlich, hatte der Vertreter des Landes doch bereits in der Arbeitsgruppe, die die finanzielle Situation des RLT analysiert hat, Andeutungen in dieser Richtung gemacht.
Die Verwaltung hatte jedenfalls aus dem Ergebnispapier dieser Arbeitsgruppe eine Drucksache erstellt, die vor allem auf eine erhöhte Förderung des Landes abzielte. Das bemängelte Ausschussvorsitzender Hartmut Rohmer (SPD) für die Arbeitsgruppe scharf. Der Stadtverordnete ("das Theater ist finanziell und personell am Ende") betonte, der Vorschlag von CDU und SPD beinhalte nun das, was derzeit machbar sei. Bis auf zwei Enthaltungen stimmten alle Ausschussmitglieder zu.