Neuss: Trotz WestLB - Sparkasse „unverändert erfolgreich“
18,1 Millionen flossen aus Neuss an die Landesbank. Weniger Gewerbesteuer für die Stadt.
Neuss. "Unverändert erfolgreich": So bewertet Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Reinhard Tiefenthal das Geschäftsjahr 2007. Und das trotz der WestLB-Turbulenzen, die die Sparkasse Neuss 18,1 Millionen Euro gekostet haben. Diese Summe, Anteil am 500-Millionen-Rettungspaket der Sparkassen, wurde komplett für das Jahr 2007 verbucht: "ohne Auswirkungen auf das Kundengeschäft oder das besondere regionale Engagement der Sparkasse", wie Tiefenthal betonte. Er meldete sogar einen Stand der Spenden und Ausschüttungen über die Stiftungen auf Rekordniveau.
Eine Auswirkung zeigt diese ungeplante Zahlung der besonderen Art allerdings auf den Jahresüberschuss, der mit 7,5Millionen Euro geringer ausfällt als im Vorjahr (11,2Millionen). Eine weitere Folge trifft direkt die Stadt: Die Sparkasse wird wegen der Zahlung an die WestLB 2,75 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer zahlen.
Tiefenthal, der im Dezember Heinz Welter als Vorstandsvorsitzender folgte, zeigte sich generell mit den 2007 erwirtschafteten Ergebnissen "vollauf zufrieden". An die kommunalen Träger werden voraussichtlich 1,1 Millionen Euro ausgeschüttet. Möglich wurde das, weil die Effekte aus der allgemein rückläufigen Zinsspanne vor allem durch Einsparungen bei den Sachkosten aufgefangen wurden - und weil gewerbliche wie private Kunden der Sparkasse die Treue hielten.
Keine riskante Geschäfte auf dem US-Hypothekenmarkt, kein Weiterverkauf von Krediten: Dabei werde es auch in Zukunft bleiben. versprach der Vorstandsvorsitzende.
Im vergangenen Jahr konnte die Sparkasse ihr Kreditgeschäft nochmals geringfügig steigern, dabei waren vor allem kurzfristige Geschäfte gefragt. "Wir hätten gern noch mehr getan", so Vorstandsmitglied Michael Schmuck. Doch die konjunkturelle Belebung habe im Mittelstand vielfach zur höheren Auslastung bestehender Kapazitäten geführt - und nicht zu Neuinvestitionen. Gesteigert wurde ebenso das Einlagengeschäft, und auch das Wertpapiergeschäft entwickelte sich positiv: Dabei legten die Aktienumsätze um fast 50Prozent (auf 225Millionen Euro) zu.
Für 2008 rechnet der Vorstand mit einer "gebremsten Fortsetzung der konjunkturellen Entwicklung". Eine Prognose, wie es mit der WestLB weitergeht, wollte Reinhart Tiefenthal am Freitag nicht abgeben. Denkverbote gebe es nicht, sagte er. Dagegen schloss er eine Fusion mit der Sparkasse Krefeld, wie sie vor einem Jahr diskutiert wurde, aus. "Ich bin sicher, in den nächsten zwei Jahren wird das kein Thema sein."