Insgesamt 23 Niederländer haben einen DNA-Abgleich gefordert. Eltern und Kinder warfen dem Anfang April im Alter von 89 Jahren gestorbenen Karbaat vor, sein eigenes Sperma für die In-Vitro-Fertilisation verwendet zu haben - statt des in der Samenbank ausgewählten Spermas eines Spenders. Kommenden Dienstag wird ein Gericht in Rotterdam über die Forderung der 23 Kläger entscheiden.
Deren Anwalt hatte mehrere Ungereimtheiten angeführt. So habe ein Kläger braune Augen, obwohl der angebliche Samenspender blauäugig gewesen sei. Ein anderer Mandant ähnele Karbaat sehr. „Das ist eine Frage der Identität, das trägt dazu bei, dass man seine Persönlichkeit bildet“, hatte der Anwalt der betroffenen Familien, Tim de Bueters, die Klage begründet. „Seine Herkunft zu kennen ist ein Grundrecht.“
Eines der Kinder aus Karbaats Ehe stellte freiwillig seine DNA zur Verfügung. „Die DNA passt zu der von 19 Halbbrüdern und Halbschwestern“, erklärte die Leiterin des Instituts Fiom, Ellen Giepmans, am Dienstag. Demnach sollen die Untersuchungen noch fortgesetzt werden, um sicher zu gehen, dass es eine hundertprozentige Übereinstimmung bei der DNA gibt.
Nach Angaben eines Anwalts der Familien soll Karbaat behauptet haben, er sei der Vater von 60 nach In-Vitro-Fertilisation geborenen Kindern. Einen DNA-Test lehnte er aber stets ab. Seine Klinik wurde 2009 wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen.
Bei der In-Vitro-Fertilisation wird in einem Reagenzglas eine Eizelle durch eine Samenzelle befruchtet. Der so gebildete Embryo wird dann in den Mutterleib eingepflanzt. jpf/ju/AFP