Denn der 58-Jährige ist Vorsitzender der Zensus-Kommission, die die Datenerhebung wissenschaftlich begleitet. In Interviews und Gastbeiträgen muss der Forscher immer wieder Überzeugungsarbeit leisten, muss den Menschen erklären, warum der Staat ein Interesse daran hat, Daten seiner Bürger systematisch zu sammeln.
Erst Anfang April überreichten Datenschützer den Big-Brother-Award an Gert Wagner — den „Oscar für Datenkraken“. Aber diese zweifelhafte Auszeichnung ficht ihn genauso wenig an wie die Ankündigung der Schriftstellerin Juli Zeh, den Zensus zu verweigern. Während eines Streitgesprächs entgegnete er der skeptischen Autorin schlicht: „Diese Angst vor irgendwelchen dunklen Mächten ist doch irrational.“ Red