Der Sozialdemokrat schaffte vor zwei Jahren als erster Regierungschef des Landes seit 1993 die Wiederwahl. Seiner Arbeiterpartei bescherte er mit 35,4 Prozent ein Ergebnis, das sie ebenfalls über anderthalb Jahrzehnte nicht mehr geschafft hatte. Damit trat „Jens“, wie ihn in Norwegen jeder nennt, endgültig aus dem Schatten seines in Norwegen populären Vaters Thorvald Stoltenberg, der Außenminister und UN-Flüchtlingskommissar war. Mutter Karin war Staatssekretärin, so dass die Politikerkarriere des Sohnes bis zum Sprung an die Spitze niemanden überraschte.
Stoltenberg führt eine Mitte-Links-Regierung. Bei der Zuwanderungs- und Ausländerpolitik hat er nach Meinung von Kritikern nach und nach immer mehr Positionen der rechtspopulistischen Fortschrittspartei übernommen, nachdem deren Chefin Siv Jensen in Umfragen zeitweise den Sprung über die 30 Prozent geschafft hatte. dpa