„Unter Trumps Führung verliert Amerika all die moralischen und rechtlichen Prinzipien, für die es so viele Jahre stand“, sagte der Friedensnobelpreisträger der „Welt am Sonntag“.
Annan verurteilte insbesondere Trumps ständige Twitter-Attacken. Vor allem Politiker müssten begreifen, dass Wörter aufpeitschen und Explosionen herbeiführen könnten. „Deshalb müssen Politiker in besonderem Maße auf ihre Wortwahl achten“, sagte der 79-Jährige.
„Wenn nun ein Präsident ständig tweetet und niemand so genau weiß, was er als nächstes schreiben könnte, wenn seine Tweets bisweilen sogar den Richtlinien seiner Regierung widersprechen - dann führt das zu großer Verwirrung“, kritisierte Annan. „Die Menschen, ebenso wie andere Regierungen, wissen nicht mehr, wofür die US-Regierung heute steht.“
An einem Schlagabtausch mit Trump in den Sozialen Medien hat Annan kein Interesse: „Ich werde nicht mit Trump auf Twitter streiten“, sagte der ehemalige UN-Generalsekretär, der am Donnerstag zum Auftakt der Münchener Sicherheitskonferenz eine Rede über die Bedrohung der Demokratie halten wird. „Ich bin kein Follower von Trump, weder im digitalen noch im übertragenen Sinn.“