Die chinesische Führung hatte das nordkoreanische Regime am Wochenende aufgefordert, die Provokationen zu beenden.
„Vermutlich spielt Innenpolitik eine große Rolle“, sagte Westerwelle zu den möglichen Motiven Pjöngjangs für den scharfen Konfrontationskurs der vergangenen Tage. „Es fällt auf, dass der Machthaber (Kim Jong Un) anfangs Öffnungssignale sendete.“ Möglicherweise habe das zu Gegenreaktionen „bestimmter Kräfte“ geführt, die jetzt besänftigt werden müssten.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière warnte vor Panikreaktionen angesichts der Drohungen Nordkoreas mit einem Atomangriff. „Wir sollten dem Regime in Nordkorea nicht den Gefallen tun, dass wir alle in Angst erzittern, denn das ist ja genau das, was es will“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Natürlich sei die Bedrohung ernst zu nehmen. Doch was Kim Jong Un wirklich vorhabe, wisse niemand.
„Sein Waffenpotenzial ist nicht ganz so, wie seine Propaganda das darstellt, aber Nordkorea ist Nuklearmacht“, erklärte de Maizière. Was bei Kim Ausdruck einer Strategie oder was Imponiergehabe sei, könne nur schwer beurteilt werden, und das mache die Sache so unberechenbar. „Unberechenbarkeit ist aber gerade bei Atomwaffen äußerst problematisch.“