Soziale Medien Konzertticket über Facebook: Achtung, hier lauert Betrug

Berlin · Wenn Konzerte ausverkauft sind, blüht der Schwarzmarkt in sozialen Netzwerken. Immer häufiger tauchen dort gefälschte Ticketangebote auf - mit teuren Folgen für ahnungslose Fans.

«Watchlist Internet» warnt vor betrügerischen Angeboten, besonders auf Facebook-Veranstaltungsseiten.

Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn

Das Konzert ist ausverkauft, die Enttäuschung groß - doch auf Facebook scheint das Glück zurückzukehren: Zwei Tickets seien „aus persönlichen Gründen“ abzugeben, heißt es dort zum Beispiel. Schnell ist die Nachricht geschrieben, das Geld überwiesen - doch die Karten kommen nie an.

Solche Fälle häufen sich laut „Watchlist Internet“, das vor betrügerischen Angeboten in sozialen Netzwerken warnt. Besonders Facebook-Veranstaltungsseiten werden gezielt von Kriminellen genutzt, um Musikfans um ihr Geld zu bringen.

So funktionieren die Maschen

Oft sind die gefälschten Angebote kaum von echten zu unterscheiden. Betrüger setzen gezielt an, sobald ein Event offiziell als ausverkauft gilt. Die Masche funktioniert bei großen Stadionkonzerten genauso wie bei kleineren Club-Acts.

Und so geht es: Die Täter geben sich als Fans aus, kopieren Beiträge, schreiben auffällig förmliche Kommentare und bieten Karten meist nur gegen Vorkasse an - oft soll das Geld ins Ausland überwiesen werden.

Beliebt ist auch die „Friends & Family“-Option beim Bezahldienst PayPal, bei der kein Käuferschutz greift - hier ist Vorsicht geboten. Ein Warnsignal sei auch, wenn die Zahlung per Kreditkarte angeboten werde: Das sei bei Privatverkäufen sonst im Grunde nie der Fall.

Teilweise wird sogar ein vermeintlicher „Sicherheitsnachweis“ verlangt, berichtet das Portal: ein Selfie-Foto inklusive Kopie von Personalausweis oder Reisepass. Wer darauf eingeht, riskiert nicht nur das Geld für das vermeintliche Ticket, sondern auch den Missbrauch seiner persönlichen Daten durch Identitätsbetrug.

Ein Ticket, viele Opfer

Ein Risiko bergen digitale Eintrittskarten, sogenannte Print@Home- oder Mobile-Tickets. Diese lassen sich mehrfach verkaufen, da sie digital leicht kopierbar sind. Dann gilt: Wer zuerst am Einlass ist, kommt rein - alle anderen werden abgewiesen.

Watchlist Internet“ rät deshalb, sich möglichst auf eine persönliche Übergabe zu einigen. Wer das Ticket vorher sieht und in bar bezahlt, verringert das Risiko deutlich. Verdächtig wird es, wenn Verkäufer Ausreden finden, warum genau das nicht möglich sei. Dann lieber Finger weg.

Was tun, wenn man reingefallen ist?

  • Anzeige erstatten, besonders wenn Fotos von persönlichen Dokumenten übermittelt wurden
  • Kreditkarteninstitut kontaktieren, um per „Chargeback“-Verfahren eventuell das Geld zurückzuholen - sofern man per Kreditkarte gezahlt hat
  • Zahlung an Paypal melden, sofern nicht „Friends & Family“ genutzt wurde
  • Verdächtige Facebook-Profile melden, um weitere Betrugsfälle zu verhindern

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(dpa)