Der Originaltext und selbst die Handlung bleiben dabei nur in Fragmenten erkennbar: Um seinen Wissensdurst zu stillen, schmiedet der Gelehrte Faust (Johannes Zeiler) einen Pakt mit dem Teufel (Anton Adasinskij), der im Film nur Wucherer genannt wird. Sokurov treibt seine Schauspieler zu einem extrem expressiven Spiel, das — wie das ungewöhnliche Bildformat 4:3 — an Stummfilme erinnert.
Bildgestaltung und Schnitt hingegen scheinen eher bei der dänischen Dogma-Bewegung entlehnt: Rastlos wühlt sich die Kamera durch das mittelalterliche Treiben — und die meisten Zuschauer verlieren dabei vermutlich die Orientierung. Kino als Herausforderung. (cel) „Faust“; MFA, 138 Minuten, FSK ab 16.