Bundesweit klagen die Wirte über die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants auf 19 Prozent. Sie befürchten, dass, wenn sie die Preise erhöhen, noch weniger Gäste einkehren, weniger essen und trinken und somit am Ende noch weniger Geld in den Kassen bleibt als ohnehin schon. Sie rechnen vor, dass die Restaurants und Hotels nach drei Verlustjahren noch immer nicht das Umsatzniveau von vor der Corona-Pandemie erreicht haben. Doch nicht nur das: Die Zahl der steuerpflichtigen Unternehmen der Branche ist seit Corona deutlich zurückgegangen. Das Statistische Bundesamt beziffert den Rückgang gar auf 16 Prozent. Kein Wunder, dass bei den meisten Gastronomen die Alarmglocken schrillen, wenn sie daran denken, ab Januar die Preise zu erhöhen. Das müssten sie aber tun, wenn sie wirtschaftlich arbeiten wollen und es wäre nur fair, dass der Kunde die volle Mehrwertsteuer übernimmt. Doch offenbar scheuen viele Gastronomen diesen Schritt, um ihre Gäste nicht zu verprellen. Sie wissen, dass die meisten Verbraucher angesichts hoher Energie- und Lebensmittelpreisen selbst nicht viel Geld übrig haben.
Dass die Stadt Krefeld die Gebühren für Außengastronomie auch in den kommenden beiden Jahren erlassen will, ist ein wichtiges Signal und ein Bekenntnis für die gastronomische Vielfalt in der Stadt. Es hilft aber nur denen, die auch tatsächlich ihre Tische auf öffentlichen Wegen aufstellen. Alle anderen Gastronomen stehen weiterhin vor der Frage, wie sie mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer umgehen sollen.