Dass Oberbürgermeister Gregor Kathstede sich trotz Sparzwängen bereits öffentlich zum Theater bekannt hat, ist da fast schon Formsache.
Weitere Bekenntnisse, ob sie nun von Kathstede kommen oder aus den Ratsfraktionen, werden schwerer fallen und mehr Mut erfordern. Vom Kresch-Theater bis zu den Kunstmuseen, vom Werkhaus bis zur Mediothek hoffen die Kulturinstitute und die freie Szene nun auf ähnlich beruhigende Signale. Doch dass der Rotstift sie trifft, dürfte beinahe unvermeidlich sein.
Es ist eine Mischung aus Zufall, Verhandlungsgeschick und Vernunft, dass mit dem Theater ausgerechnet die weitaus teuerste Kulturstätte von Einschnitten verschont bleibt. Zufall, weil das Konzept „Theater mit Zukunft II“ in trockenen Tüchern war, kurz bevor der Bannstrahl aus Düsseldorf die Stadt traf. Geschick, weil Intendant Grosse und seine Mitstreiter monatelang hinter den Kulissen daran gebastelt hatten. Und Vernunft, weil das Theater — bei allem Respekt für die Arbeit der anderen Institute — das kulturelle Herz der Stadt ist.
Gleichwohl hat gerade der unermüdliche Netzwerker Grosse immer wieder deutlich gemacht, dass dieses Herz nicht allein schlagen kann. Wie kein anderer begreift er Krefelds Kulturszene — die städtische wie die freie — als Einheit und lebt diese Einheit durch Kooperation und Partnerschaft vor. Auch die Politik wird sich das auf dem schweren Weg des Sparens vor Augen führen müssen: Kultur lebt von ihrer Vielfalt.