Es ist auch nicht verwerflich, neue Strategien zu entwerfen, wie Solidarmittel sinnvoll umverteilt werden könnten — der Osten ist lange nicht mehr allein und in Gänze bedürftig. Aber: Es ist doch erstaunlich, dass die SPD die Forderung direkt vor der Bundestagswahl erhebt. Wer ist der Adressat? Eine erneute große Koalition mit SPD-Beteiligung? Oder verhallt die Initiative bald in schwarz-gelbem Frohsinn? Dieser Vorstoß ist wohl zuerst ein Versuch, die potenziell gefrusteten AfD-Wähler des Ruhrgebiets auf die Schulz-Seite zu ziehen.
Fischen im Ruhrgebiet
Papiere zum Strukturwandel im Ruhrgebiet existieren genug. Das hat gestern der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski bestätigt — der ist seit 2004 im Amt. Man wird der SPD nicht vorwerfen können, das Ruhrgebiet nicht im Blick zu haben.
07.09.2017
, 20:15 Uhr