Ihr Mandant habe normal eingecheckt und ein Crewmitglied habe ihm seinen Platz im Flugzeug gezeigt, heißt es in dem Schreiben der Anwälte. Danach sei er von Angestellten der Stadt Chicago gewaltsam aus der Maschine geschleift worden, wobei er verletzt worden sei.
Auf Handyvideos von Mitreisenden, die seit dem Vorfall am Sonntag im Internet kursieren, ist zu sehen, dass Dao mit dem Kopf gegen eine Sitzlehne stößt, als ein Polizist ihn von seinem Sitz zerrt. Der blutende 69-Jährige wird dann schreiend durch den Gang zum Ausstieg geschleift, auch die anderen Insassen reagieren schockiert.
Der Fall sorgte international für Empörung, der Image-Schaden für United Airlines ist immens. Der in Vietnam geborene Dao ist Mediziner und lebt seit mehreren Jahren in den USA. Seine Herkunft schürte Vermutungen, hinter seiner Behandlung steckten rassistische Motive.
Nach Angaben der Anwaltskanzlei Corboy & Demetrio war Dao weiter im Krankenhaus in Behandlung. Ein Familienangehöriger werde an seiner Stelle an einer Pressekonferenz am Donnerstag in Chicago teilnehmen.
Der Chef von United Airlines, Oscar Munoz, hatte sich erst am Dienstag - fast 48 Stunden nach dem Rauswurf Daos - offiziell entschuldigt. „Niemand sollte so behandelt werden“, erklärte Munoz. Der Vorfall sei „wirklich schrecklich“. United Airlines übernehme die Verantwortung dafür und werde daran arbeiten, die Dinge zu arrangieren.
Am Mittwoch wiederholte Munoz sein Bedauern über die Geschehnisse, einen Rücktritt lehnte er ab. Die Fluggesellschaft habe versucht, Dao zu erreichen, damit er sich persönlich entschuldigen könne, doch sei dies bislang nicht gelungen.
Die Fluggesellschaft kündigte an, allen Passagieren eine Entschädigung zu zahlen, die an Bord von Daos Maschine gewesen waren. Die Aktie von United Airlines verlor aufgrund der weltweit für Schlagzeilen sorgenden Affäre an Wert. jpf/ju/AFP