Gerade mal 24 Stunden nach dem Protokoll-Gau war es soweit: Schnappauf trat den Rückzug an. „Ich übernehme die politische Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der ich persönlich nicht beteiligt war, um möglichen Schaden für das Verhältnis von Wirtschaft und Politik abzuwenden“, heißt es in der Rücktrittserklärung.
Angetreten hatte der 57-Jährige seinen BDI-Posten am 15. November 2007 — als Ersatz für den zunächst nominierten Norbert Röttgen (CDU), der damals nach öffentlichen Diskussionen um seinen geplanten Wechsel verzichtete. Schnappauf (CSU) war bis dahin bayerischer Umweltminister — und in diesem Amt von Pannen begleitet.
Bei den Themen Gammelfleisch, Vogelgrippe oder Braunbär „Bruno“ machte er keine gute Figur. Zu den Kritikern des Juristen und gebürtigen Oberfranken zählte auch häufig ein Parteifreund: Horst Seehofer.