Fällt der positive Blick auf die eigene Person schwer, kann es helfen, ein sogenanntes Positiv-Tagebuch zu führen, erklärt Jürgen Brunner, ärztlicher Psychotherapeut aus München. Darin notiert man jeden Tag, was einem gelungen ist. Auch Situationen, in denen man sich wohl gefühlt hat oder die einem gefallen haben, werden vermerkt. Wichtig ist: Es kann sich auch um Kleinigkeiten handeln.
Solche ressourcenorientierten Selbstbeobachtungsaufgaben, wie sie in der Fachsprache heißen, lenken den Blick auf die eigenen Stärken. Deren Anerkennung fällt vielen schwer, sagt Brunner. Nicht immer ist es allerdings mit einem solchen Tagebuch getan. Selbstzweifel können auch krankhaft und zum Beispiel Teil einer psychischen Störung wie Depression oder sozialer Phobie sein. In dem Fall ist es sinnvoll, einen Psychiater oder Psychotherapeuten um Rat zu fragen, betont Brunner.