Das imperiale Bewusstsein im Römischen Reich setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein, auch um ihren weltumfassenden Anspruch zu dokumentieren.
Den feierlichen Segen erteilt der Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Gespendet wird er zu besonderen Anlässen von der Loggia, dem Mittelbalkon des Petersdomes in Rom: am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag und nach der Wahl eines Papstes.
Die Zeremonie ist für alle Gläubigen mit einem Sündenablass verbunden. Tausende strömen jeweils auf den Petersplatz, Millionen verfolgen das Geschehen weltweit über Radio, Fernsehen oder Internet.