Fußball Ende der großen Karriere: Weltmeister Hummels geht im Sommer

Rom · Weltmeister 2014 mit der DFB-Auswahl, Titel mit dem BVB und dem FC Bayern: Mats Hummels gehört zu den Großen im deutschen Fußball. Nun kündigt er in einem emotionalen Video seinen Abschied an.

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Er war eine der Säulen beim deutschen WM-Triumph 2014 in Brasilien und bei vielen Titelgewinnen mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Am Ende dieser Saison ist Schluss für Mats Hummels, wie der 36 Jahre alte Abwehrspieler bei Instagram bekannt gab. Diese Spielzeit bei AS Rom wird die letzte für ihn sein, wie Hummels in einem emotionalen Video ankündigte.

„Nach über 18 Jahren und so vielen Dingen, die mir der Fußball gegeben hat, beende ich diesen Sommer meine Karriere“, sagte Hummels in dem Video, das mit Szenen aus seiner großen Laufbahn unterlegt war. „Wenn ich das alles sehe, weiß ich noch mehr, wie viel diese ganze Reise, dieser ganze Weg mir bedeutet hat, wie außergewöhnlich das war, das erfahren zu dürfen.“

Fünfmal deutscher Meister, Leistungsträger in der Klopp-Ära

Bundestrainer Julian Nagelsmann würdigte Hummels in höchsten Tönen. „Mats Hummels hat in seinen besten Jahren internationale Maßstäbe gesetzt und ist zu einem Vorbild für eine ganze Generation von Verteidigern geworden“, sagte Nagelsmann. „Er war nicht nur in der Nationalmannschaft ein herausragender Innenverteidiger und hat seine Position modern interpretiert. Man hat ihm immer angemerkt, was es ihm bedeutet hat, für Deutschland zu spielen.“

Hummels wurde mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund insgesamt fünfmal deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger. Der Innenverteidiger war dabei Leistungsträger der erfolgreichen BVB-Mannschaft unter Trainer Jürgen Klopp, die 2011 und 2012 die Meisterschaft gewann und 2012 auch den DFB-Pokal holte.

2016 wechselte er zurück zum FC Bayern, für den er schon vor seiner Zeit beim BVB gespielt hatte. Dort gewann er drei Meisterschaften in Folge und noch zweimal den Pokal. Im Jahr 2021 war der DFB-Pokal dann auch der letzte große Titel für Hummels, da aber wieder in Diensten des BVB, zu dem er 2019 zurückgekehrt war.

Zuletzt spielte der Innenverteidiger für die AS Rom, gehörte dort aber nicht mehr zur Stammformation. Sein Vertrag nach dem eher unglücklich verlaufenen Italien-Abstecher endet im Sommer.

Siegtorschütze im WM-Viertelfinale

Seinen größten Erfolg feierte der langjährige Nationalspieler 2014 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Brasilien. Dabei köpfte er im Viertelfinale gegen Frankreich das 1:0-Siegtor, zuvor hatte er bereits beim 4:0-Auftakterfolg gegen Portugal per Kopf zum 2:0 getroffen. In 78 Länderspielen erzielte er fünf Tore.

„Mats Hummels war eines der prägenden Gesichter in einer sehr erfolgreichen Zeit der Nationalmannschaft und des DFB. An diesen Erfolgen hatte er als Führungsspieler, aber auch als Identifikationsfigur abseits des Platzes erheblichen Anteil“, sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler. „In seiner erfolgreichen Karriere hat er seine Vereine geprägt.“

Verwehrt blieb ihm der Titel in der Champions League - trotz gleich zwei Finalteilnahmen mit dem BVB: 2013 unterlag er im Londoner Wembley-Stadion dem FC Bayern 1:2, elf Jahre später gab es am selben Ort eine 0:2-Niederlage gegen Real Madrid.

In seinem Video zeigte er sich sehr ergriffen. „Ich kämpfe gerade mit den Emotionen. Jetzt kommt der Moment, um den kein Fußballer herumkommt“, leitete er die Botschaft ein. Im Anschluss blickte er dankbar auf seine große Karriere zurück. „Es gehört viel dazu einfach, die richtigen Trainer im richtigen Moment, fit sein im richtigen Moment, die richtigen Mitspieler zur richtigen Zeit.“ Die großen Stadien und die Fans wie auf der Dortmunder Süd-Tribüne wird er vermissen: „Es war wunderbar, vor solchen Kulissen vor den Fans spielen zu dürfen, und das wird mir fehlen, es wird mir verflucht fehlen.“

Von Löw aussortiert und zurückgeholt

Der kopfballstarke und oft auch mit fußballerischen Qualitäten überzeugende Hummels erlebte im Verlauf der Karriere auch überaus schmerzhafte Momente. Vier Jahre nach dem WM-Triumph von Rio de Janeiro durch das 1:0 gegen Argentinien schied der Titelverteidiger 2018 in Russland in der WM-Vorrunde aus. Das war einer deutschen Nationalmannschaft nie zuvor passiert.

Mit einiger Verzögerung teilte ihm der damalige Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 ebenso wie seinem Abwehrpartner Jérôme Boateng und Thomas Müller mit, ihn nicht mehr für die DFB-Auswahl zu nominieren. Zwei Jahre später holte Löw dann Hummels und Müller für die EM zurück, das Aus kam 2021 im Achtelfinale in England.

Auch der jetzige DFB-Trainer Nagelsmann berief Hummels zunächst in die Nationalmannschaft. Das 0:2 im November 2023 in Österreich war aber sein letztes Länderspiel. Für die Heim-Europameisterschaft im vorigen Jahr berücksichtigte Nagelsmann den Routinier nicht mehr, der BVB verlängerte seinen Vertrag nicht mehr. In Rom verabschiedet sich der spiel- und meinungsstarke Fußballer nun nach fast zwei Jahrzehnten bald aus dem Profigeschäft.

© dpa-infocom, dpa:250404-930-424202/5

(dpa)