Viele Angaben stammen von den Kernkraftwerksbetreibern. Im Fokus stand auch der „worst case“, das Zusammentreffen mehrerer Unglücke zugleich wie in Japan, etwa ein Erdbeben und eine Sturmflut.
GRUNDSÄTZLICHE KRITERIEN
- Überprüfung, ob die Kühlung der Brennelemente sowohl im Reaktordruckbehälter als auch im Brennelementlagerbecken bei bisher nicht zu erwartenden Ereignissen eingehalten werden kann - und ob die Freisetzung radioaktiver Stoffe begrenzt werden kann. - Reaktionsmöglichkeiten, wenn die Kühlung der Brennelemente sowohl im Reaktordruckbehälter als auch im Abklingbecken ausfällt, es keinen Strom gibt oder eingetretene massive Brennelementschäden bis zur Kernschmelze führen. - Notstromversorgung, Personalverfügbarkeit in Notfällen, Wasserstoffbildung und Explosionsgefahr und Vorgehen, wenn das AKW wegen zu hoher Strahlenbelastung nicht mehr betreten werden kann.
ERDBEBEN
- Überprüfung der Standorte auf Erdbebensicherheit. Bis zu welcher Stärke können sie Beben aushalten, die deutlich über den bisher für Deutschland zu erwartenden Stärken liegen? - Erhalt der Funktionen bei einem besonders starken Erdbeben. - Überprüfung von Folgeschäden mit Blick auf Anstieg bzw. Absinken des Flusspegels, Brand, Kühlmittelverlust, Überflutung, Zerstörung der Infrastruktur, Beeinträchtigung der Personalverfügbarkeit.
HOCHWASSER
- Überprüfung der Anlagen auf potenzielle Schäden durch bisher nicht einkalkuliertes Hochwasser - zum Beispiel wegen Staudammbrüchen, extremer Sturmflut, Tsunamis oder der Auswirkungen von Treibgut. Dabei soll die mögliche Zerstörung der Infrastruktur und fehlendes Personal berücksichtigt werden. - Überprüfung der Auswirkungen auf Notfallmaßnahmen bei Überschreitung der in der AKW-Auslegung vorgesehenen Wasserhöhe.
FLUGZEUGABSTURZ/TERRORATTACKEN
- Überprüfung des Erhalts der Funktionen beim Absturz eines Verkehrs- oder Militärflugzeugs. Dabei sollen unterschiedliche Absturzszenarien berechnet werden, je nach Flugzeugtyp, Geschwindigkeit, Beladung oder Aufprallort. - „Bauliche Reserven“ beim Einschlag eines Flugzeugs - also eine Überprüfung, ob die Betonhüllen dick genug sind. - Auswirkungen eines Kerosinbrands. - Wirksamkeit einer räumlichen Trennung, etwa des Leitstands vom Reaktor. - Folgen eines radioaktiven Lecks nach einem Absturz.
CYBERANGRIFFE
- Prüfung der Notfallmaßnahmen bei Verlust einzelner Reaktorteile durch eine gezielte lokale Zerstörung von Systemen. - Gefährdung bei Angriffen von außen auf computerbasierte Steuerungen und Systeme, Stichwort Cyberterrorismus.
AUSFALL KÜHLUNG/NOTSTROM
- Überprüfung der Folgen eines stationären Blackouts von mehr als zwei Stunden etwa mit Blick auf die Batteriekapazitäten. - Überprüfung eines langen Notstromfalls von mehr als 72 Stunden im Hinblick auf die Dieselversorgung (Kraftstoff, Öl, Kühlwasser) - Reparatur oder Ersatz von Dieselaggregaten durch eine alternative Notstromversorgung (Gasturbine, Wasserkraftwerk). - Folgen eines Ausfalls der Nebenkühlwasserversorgung im Hinblick auf andere Kühlmöglichkeiten wie Brunnenkühlung.