Angestellte würden teilweise mit Arbeit überschüttet. „Vielfach fehlt den Vorgesetzten ein Gefühl dafür, dass der Aufgabenberg schon groß ist.“ Es fehlten klare Ansagen, welche Anfragen zuerst erledigt werden müssen, weil Hierarchien nicht eindeutig geklärt seien. Der Vorgesetzte gebe manchmal auch den Druck auf die Beschäftigten weiter, den er selbst empfinde.
Aber nicht nur die Chefs seien für den Stress der Beschäftigten verantwortlich. „Vor allem die Prekarisierung der Arbeit durch Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen setzt die Menschen unter Dauerstress.“
„Es wird viel geredet und wenig getan“, kritisierte Urban. In der Öffentlichkeit sei das Thema Stress am Arbeitsplatz angekommen. In den Betrieben herrsche aber noch viel Unsicherheit, wie damit umgegangen werden soll. Daran müsse sich dringend etwas ändern.
Seit langem fordert die IG Metall eine Anti-Stress-Verordnung. Aber Gewerkschaft und Arbeitgeber sind sich nicht einig. Deshalb soll es zunächst keine gemeinsame Erklärung von Bundesarbeitsministerium, DGB und dem Arbeitgeberverband BDA zum verbesserten Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz geben.