Das krisengeschüttelte Spanien konnte sich nur zu deutlich erhöhten Zinsenfrische Milliarden am Anleihemarkt besorgen, was zu Enttäuschung bei Anlegernführte. Aufgrund einer gelungenen französischen Auktion, bei der die Zinsenleicht rückläufig waren, hielten sich negativen Reaktionen allerdings inGrenzen. Beide Länder befinden sich derzeit im verschärften Fokus derFinanzmärkte - Spanien wegen anhaltender Probleme im Bankensektor und Frankreichwegen der anstehenden Wahl des Staatspräsidenten.
Der weitere Handelstag steht ganz im Zeichen der EZB und ihrer Ratssitzungin Barcelona. Die auswärtige Sitzung wird begleitet von massivenSicherheitsvorkehrungen. Es werden starke Proteste gegen den Spar- undReformkurs in Europa befürchtet. Wesentliche Entscheidungen werden von derNotenbank allerdings nicht erwartet, obgleich sich der Konjunkturausblick fürden Süden Europas weiter eingetrübt hat. Dass die EZB aber ihre bereits sehrexpansive Geldpolitik weiter lockert, gilt unter Experten zurzeit als eherunwahrscheinlich.