Bei 1,2132 Dollar erreichte der Euroschließlich den tiefsten Stand seit einer Woche. Die EZB hatte den Referenzkursvor den Erklärungen Draghis auf 1,2346 (Mittwoch: 1,2298) Dollar festgesetzt.Der Dollar kostete damit 0,8100 (0,8131) Euro.
Anleger hatten darauf spekuliert, dass die EZB, um die Schuldenkriseeinzudämmen, das seit März auf Eis liegende Kaufprogramm für Staatsanleihenreaktivieren werde. Auslöser war, dass der Notenbankchef in der vergangenenWoche mit starken Worten weitere Maßnahmen angedeutet hatte. Nach den jüngstenAussagen von Draghi auf der EZB-Pressekonferenz aber wurde deutlich, dass dieNotenbank den Rettungsfonds EFSF bei möglichen Anleihekäufen mit im Boot habenwill.
Experten zeigten sich dennoch nicht so stark enttäuscht von denDraghi-Aussagen wie die Anleger am Devisenmarkt. Der Notenbankchef habe vielmehreine "starke Nachricht" gesendet, kommentierte etwa Chefvolkswirt HolgerSchmieding von der Berenberg Bank. Jetzt müssten aber auch die Regierungen derEurozone bereit sein, den bereits existierenden Rettungsfonds EFSF bei derEuro-Rettung in Anspruch zu nehmen.