Auch wenn der „vergessene Mitgründer“ Noah Glass die Idee ebenfalls für sich beanspruchte, gibt es keine Zweifel, dass Dorsey die treibende Kraft hinter dem Start des Online-Netzwerkes war.
So kam es wenig überraschend, dass er 2007 zum ersten Firmenchef von Twitter wurde. Doch es ging nicht gut. Er sei ein Visionär mit einem Plan für das Angebot, aber nicht bereit gewesen, sich um die geschäftliche Seite zu kümmern, schrieb der Journalist Nick Bilton später. Bilton ist ein Kenner der Twitter-Macher, er sprach für sein Buch über die Anfänge des Unternehmens („Hatching Twitter“) mit vielen Insidern.
Inzwischen hat der 38-jährige Dorsey aber viel Chef-Erfahrung gesammelt. Als er nach weniger als eineinhalb Jahren von der Twitter-Spitze verdängt wurde, gründete er den Mobil-Bezahldienst Square, der die Annahme von Kartenzahlungen auf Smartphone und Tablet ermöglicht.
Das Unternehmen wird inzwischen mit mehreren Milliarden bewertet. Dorsey will es trotz des kommissarischen Chef-Jobs bei Twitter weiterführen. Der Twitter-Börsengang machte ihn zumindest auf Papier zum Milliardär.