Das chinesische Regime hatte Ai Weiwei im April 2011 unter dem Vorwurf von Steuervergehen festgenommen und inhaftiert. Erst über zwei Monate später wurde er gegen Kaution und unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen. Schon lange habe das Hampstead Theatre ein Stück über China geplant, aber erst die Idee mit Ai Weiwei, der auf der Bühne von Benedict Wong verkörpert wird, sei für den Intendanten Edward Hall perfekt gewesen.
„Der Aufstieg Chinas ist eine der wichtigsten jüngsten Entwicklungen, aber wurde auf der Bühne bisher kaum diskutiert“, sagte Hall in einem Pressestatement. Mit dem nun entstandenen Stück aus der Feder des britischen Schriftsteller Howard Brenton solle dies geändert werden. Zum einen zeige das Bühnenwerk ein vielfältiges Porträt des Künstlers unter extremen Bedingungen, das auf realen Gesprächen mit dem britischen Autoren Barnaby Martin basiere. Zum anderen solle das Theaterstück die Bedeutung von Kunst und Meinungsfreiheit bekräftigen.
Aus diesem Grund wird die Performance an diesem Freitag per Livestream im Internet ausgestrahlt. „Dadurch werden die Themen des Stücks Kunst und Gesellschaft, Redefreiheit und Offenheit, Individuum und Staat einem neuen und globalen Publikum zugänglich gemacht“, kommentierte Ai Weiwei auf der Website des Theaters.