(mbo/ujr) Messe-Chef Wolfram Diener möchte eine Verteidigungsmesse in die Landeshauptstadt holen. In einer Gesprächsreihe im Mutter-Ey-Café erklärte er: „Ich hoffe, dass meine Aufsichtsgremien mir im Mai erlauben werden – und es sieht eigentlich ganz gut aus –, dass wir künftig auch im Bereich Verteidigung Veranstaltungen durchführen dürfen.“ Bisher sei ihm das nicht erlaubt.
Diener war kürzlich bei der Talkveranstaltung „Kaffeeklatsch“ in der Altstadt zu Gast. Moderator Heribert Klein fragte ihn zum Abschluss des rund einstündigen Gesprächs, welche Messe er gerne nach Düsseldorf holen würde. Als Antwort sagte der Vorstandschef unter anderem: „Ich hätte gerne eine Verteidigungsmesse in Nordrhein-Westfalen.“ Ein Thema seien dabei sichere Arbeitsplätze, „bei dem Geld, was da in den nächsten Jahren reinfließen wird.“ Ein Videomitschnitt des Gesprächs zwischen Diener und Klein kursiert im Internet. Zuerst hatte das Internetmedium Viernull über das Vorhaben berichtet.
Noch im Januar hatte in Düsseldorf die Xponential stattgefunden. Bei der Messe für autonome Technologien und Robotik war zwar zum Beispiel eine Drohnenshow gezeigt worden. Ausdrücklich waren dort aber keine Angebote mit Waffen zu sehen.
Im Aufsichtsrat der Messe hat es nach Informationen der Redaktion allerdings keine Abstimmung zur Frage gegeben, ob bei der Messe Xponential auch Rüstungsgüter gezeigt werden. Einzelne kritische Stimmen ja, generelle Ablehnung nein, bestätigt Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) als Aufsichtsratsvorsitzender. Die Frage einer größeren Messe zum Thema Rüstung sei zum Zeitpunkt der Ansiedlung der Xponential noch nicht entscheidungsreif gewesen. Als das Interesse zugenommen habe, in Düsseldorf Rüstungsgüter zu zeigen, hätten Überlegungen für eine regelrechte Rüstungsmesse begonnen. Keller befürwortet eine solche Messe in der Landeshauptstadt.
Die Frage ist, welcher Standort sich am Ende für eine große Leistungsschau der Branche in Deutschland durchsetzt. Hannover hat die Sicherheits- und Verteidigungsmesse „Defence & Security Equipment International Germany“ für 2027 angekündigt. Dort darf man mit Verteidigungsminister Boris Pistorius auf einen prominenten Fürsprecher hoffen. In NRW hatte sich Essen ins Spiel gebracht, im September 2026 könnte es dort eine „Euro Defence Expo“ geben.
Düsseldorf wiederum könnte mit Messe und Flughafen für eine Ansiedlung der Rüstungsmesse werben, denn natürlich gehört auch Fluggerät zu einer Militärschau. Dass dieses und auch schweres Gerät wie Panzer bei einer solchen Messe gezeigt werden, steht für Keller außer Frage. Und: In Düsseldorf hat der Rheinmetall-Konzern seinen Sitz, mit Unternehmenschef Armin Papperger hat es bezüglich der Messe bereits Gespräche gegeben.
Dass das Vorhaben auch Protest hervorrufen wird, steht fest. So lehnt beispielsweise SPD-Ratsfrau Marina Spillner die Idee persönlich ab. Sie ist Mitglied im Aufsichtsrat der Messe und bezeichnet sich selbst als Pazifistin. Bisher stehe die Messe Düsseldorf mit Blick auf die Boot oder den Caravan Salon für Freizeit und vor allem „für das schöne Leben“. Über eine Veranstaltung zu Verteidigungstechniken sagt Spillner: „Das würde das Gesicht der Messe Düsseldorf verändern.“