Lisa Segatz und Birgit Terschluse Zwei neue Citymanagerinnen für Nettetal

Nettetal · Mit den beiden Citymanagerinnen Lisa Segatz und Birgit Terschluse will die Stadt Nettetal einen erfolgreich eingeschlagenen Weg weitergehen. Die Aufgaben der beiden sind herausfordernd.

Die Stadtkerne in Nettetal im Blick haben die beiden Citymanagerinnen Birgit Terschluse (links) und Lisa Segatz und Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens.

Foto: Uli Rentzsch

Lebendige Ortskerne, funktionierende Konzepte und Ideen für einen attraktiven Einzelhandel und von der Bürgerschaft angenommene Events - davon träumt eine jede Stadt. Dieser herausfordernden Aufgabe, dem Citymanagement, stellen sich bei der Stadt Nettetal seit Anfang des Jahres Lisa Segatz, studierte Betriebswirtin mit Berufserfahrungen in der freien Wirtschaft, und Birgit Terschluse, erfahrene Netzwerkerin und zertifizierte City- und Quartiersmanagerin. Sie übernehmen damit den Staffelstab von ihrem Vorgänger Gil Miranda. Organisatorisch ist das Citymanagement bei der Stadt Nettetal der Wirtschaftsförderung zugeordnet und mit dem Stadtmarketing verzahnt.

„Gil Miranda ist im Guten gegangen“, betont Hans-Willi Pergens, bei der Stadt Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Marketing, er habe neue Herausforderungen gesucht. Nun teilen sich Lisa Segatz und Birgit Terschluse die Aufgabe, ein Job-Sharing-Modell, wie es im Buche steht. Um es auf einen Nenner zur bringen: „Wir kümmern uns um die sechs Ortskerne unserer Stadt“, sagt Birgt Terschluse, „wir begreifen uns als Schnittstelle zwischen den Bürgern, Händlern, Dienstleistern, der Handwerkerschaft und den so genannten Innenstadtakteuren und der Stadtverwaltung.“

Wer den Ortskern besucht, erlebt gleich dessen Qualität als Aufenthaltsort. Man erkennt die Bepflanzungen, die Möglichkeiten für eine kurze Pause auf einer Bank, den Besuch im Café, ein Eis auf der Hand, den guten Mix des Einzelhandels, die sichere Begegnungen zwischen Auto, Rad und Fußgänger, gut erreichbare Parkplätze. In der heutigen Zeit sicherlich für einige ganz wichtig sind die hohe Qualität eines City-WLans, eine ansprechende Gastronomie und auch regelmäßig wiederkehrende Events. Auf den Punkt gebracht: Am liebsten fühlt man sich wohl in seiner Stadt.

Lisa Segatz und Birgit Terschluse wollen das Gespräch mit dem Einzelhandel suchen, mit den Vertretern der Werberinge und der Nettecard, mit den Verkehrs- und Verschönerungsvereinen. Und der Bürger soll sich ebenfalls angesprochen fühlen: „Hier wäre doch eine Bank eine feine Sache“ wäre solch ein Vorschlag, erklärt Hans-Willi Pergens. Nicht alle Ideen lassen sich ad hoc lösen, doch die beiden Citymanagerinnen suchen dann den internen Kontakt im Rathaus zu den verschiedenen Fachbereichen, um zu einer Lösung zu kommen, die das jeweilige Budget zulässt und auch einen Sinn stiftet. Wer braucht schon 4000 Bänke auf der Lobbericher Hochstraße? „Wir sind quasi Lotsen oder Wegweiser“, sagt Lisa Segatz.

Sichtbar wird das Wirken des Citymanagements beim Feierabendmarkt, der sich jeweils in den Stadtteilen Breyell, Kaldenkirchen und Lobberich etabliert hat. Teilnehmer und Aussteller ansprechen und gewinnen: Gleich, ob es der Anbieter von Speisen und Getränken oder die Musik sei, lokale Anbieter, Kreativwerkstätten, Kinderbetreuung - es gebe organisatorisch jede Menge zu erledigen, schon allein die technischen Voraussetzungen für das Gelingen des Marktes zu schaffen. „Wir wollen allen Besuchern gerecht werden, wir wollen gerade Familien und junge Leute ansprechen“, betont Lisa Segatz. Die Feierabendmärkte sind politisch gewollt, die Ausgaben (etwa 2500 Euro pro Markt) im städtischen Haushalt eingetragen.

Zu den Aufgaben des Citymanagements gehört auch das Leerstandsmanagement. Hier können die beiden Frauen als Vermittler zwischen Eigentümern und potenziellen Mietern auftreten. „Wir haben in Nettetal tatsächlich eine stabile Lage“, sagt Pergens, man schneide im Vergleich als Einzelhandelsstandort auf die Gesamtstadt gesehen gut ab. Das digitale Zeitalter in lebendigen Ortskernen zu etablieren, Orte der Begegnung zu gestalten, einen digitalen Einkaufsführer zu entwickeln, Ideengeber zu sein, dem veränderten Konsumverhalten zu begegnen, Einzelhandel und Gastronomie zu unterstützen und zu stärken, all das wollen die beiden Citymanagerinnen mit Leben füllen.