Das färbte ab auf das Neusser Jägerkorps, wofür man ihm heute noch dankbar ist. Das Korps geformt zu haben bleibt sein Verdienst – über seinen Tod hinaus.
Heinz Peter Jansen starb am Montag im Alter von 93 Jahren im Herz-Jesu-Altenheim. Dem Heim, das ihm ein Jahr lang ein Zuhause aber noch viel länger vertraut war. Denn 1985 initiierte Jansen einen Besuch seiner Jäger kurz vor den Kirmestagen – mit Schützenklängen und Kaffeetafel. Heute ist das eine Tradition, die Jägermajor René Matzner beibehält. So wie alle seine Amtsvorgänger auch, seit Jansen 1999 das Amt des Jägermajors nach 36 Dienstjahren (und 49 Jahren im Jägervorstand) niederlegte und Ehrenmajor wurde. Diese Würde blieb ihm, auch wenn er andere Ehrenmitgliedschaften niederlegen musste. Er hatte selbst enge Freunde um ihr Erspartes gebracht und büßte das mit einem Alter in Isolation und dem Zerbrechen seiner Familie.
Aber das stand am Ende der Schützenlaufbahn. Die begann 1949 mit Gründung des Jägerzuges „Heideröschen“, dessen Oberleutnant Jansen war, und wurde im Schützenjahr 1978/79 gekrönt, als er mit seiner – 2011 verstorbenen – Ehefrau Herta Schützenkönigspaar in Neuss war. Davor und danach – Jahre der Arbeit für die Familie, in seinem Job in der Versicherungsbranche und für das Korps. Dort hielt man in Jansens dunkelster Zeit daran fest, dass seine Verdienste um die Grün-Weißen gegenüber allen gerechtfertigten Vorwürfen überwiegen. Man hielt Jansen in Ehren, lud ihn regelmäßig ein, hatte aber auch Verständnis, dass er sich weitgehend zurückzog. Aber er nahm weiter Anteil, sagt Matzner, und ließ sich durch den Major, der ihn persönlich vor drei Jahren zum 70-Jährigen auszeichnete, stets ausführlich berichten.
Als Schütze durch und durch war Jansen aber auch ein Förderer des Rheinischen Schützenmuseums, dem er seine Uniform sowie das Königinnenkleid seiner Frau und seiner Tochter stiftete. „Ein schönes Ensemble“, sagt Museumsleiterin Britta Spies heute dankbar. Und der „Goldene Kamm“ ist natürlich auch längst ein Museumsstück.