„Da hat uns jemand an der Nase herumgeführt“, sagte Rabbi Jossi Kurzweil. Es gebe keinen solchen Scheck. Die auflagenstärksten israelischen Zeitungen „Jediot Achronot“ und „Israel Hajom“ hatten am Donnerstag berichtet, der junge Mann habe den Scheck am Vortag beim Morgengebet an der heiligsten Stätte für Juden gefunden. Er sei in englischer Sprache an den Empfänger „Die heilige Klagemauer“ ausgestellt worden. Weil er nicht als Verrechnungsscheck gekennzeichnet gewesen sei, wolle der 22-Jährige ihn selbst einlösen. Der Vater des jungen Mannes habe die Verwaltung der Klagemauer angerufen und sie über den Fall informiert.
Gläubige Juden stecken traditionell Zettel mit Bitten an Gott in die Ritzen der Klagemauer in Jerusalem. Einmal im Jahr werden alle Zettel eingesammelt und an einem heiligen Ort begraben. Der Rabbiner der Klagemauer, Schmuel Rabinovich, sagte „Jediot Achronot“, es sei ungehörig, fremde Zettel zu lesen. „Ich verurteile jeden Versuch, Zettel zu öffnen“, sagte der Rabbiner. „Dies ist Gotteslästerung und eine Schändung der heiligen Klagemauer.“