Er könne verstehen, so der 59-Jährige, „dass die Menschen fragen: Wo ist hier eigentlich die Linie?“ Insbesondere warnt er seine Partei vor einer zu schnellen Festlegung beim Ausstieg aus der Atomkraft. Auch ältere Meiler sollten nach der Sicherheitsüberprüfung gegebenenfalls am Netz bleiben. Zudem rügt er die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum Libyen-Einsatz: „Es ist der Eindruck entstanden, wir seien nicht mehr bündnistreu. Das ist in der Tat sehr bedauerlich, hat uns geschadet und darf nicht noch einmal passieren.“
Bouffier, der als langjähriger Vertrauter Roland Kochs im vergangenen Jahr das Amt des Ministerpräsidenten von ihm übernahm, gilt schon länger als konservativer Haudegen. Elf Jahre lang war er hessischer Innenminister. In dieser Zeit setzte er zahlreiche Gesetze zur Inneren Sicherheit und einen umstrittenen Wissens- und Wertetest für Migranten durch.