Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen zusammen mit Kollegen aus Potsdam, Leipzig und den USA herausgefunden. Wie die Göttinger Hochschule am Donnerstag mitteilte, haben die Forscher mit speziellen Messverfahren festgestellt, dass die Wasserkonzentration im Boden in der Nähe der Wurzeln - anders als bisher vermutet - höher ist als in weiterer Entfernung.
Bei den Versuchen befand sich in der Umgebung von Maispflanzen, Lupinen und Kichererbsen rund 30 Prozent mehr Wasser als in weiterer Entfernung. Der Vorrat könne ausreichen, um eine Zeitspanne von bis zu zwölf Stunden ohne Wasserzufuhr zu überbrücken. Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass sich in unmittelbarer Wurzelnähe weniger Wasser befindet, weil Pflanzen dem Boden Flüssigkeit entziehen.
Verantwortlich für das Speichern von Wasser sei wohl eine von den Wurzeln ausgesonderte gallertige Substanz, die das Zehntausendfache ihres Trockengewichts an Wasser binden kann, vermutet der Göttinger Bodenphysiker Prof. Andrea Carminati. Die neuen Erkenntnisse könnten möglicherweise dabei helfen, Pflanzen zu züchten, die besser mit Trockenheitsperioden zurecht kommen.