Krieg in der Ukraine Viele Tote nach russischem Raketenschlag auf Krywyj Rih

Krywyj Rih · Trotz Gesprächen über eine umfassende Waffenruhe greift Russland in seinem Krieg weiter ukrainisches Hinterland an. Ein Raketenangriff auf die Stadt Krywyj Rih hat verheerende Folgen.

Nach ukrainischen Angaben sind unter den Opfern des Angriffs auch sechs Kinder.

Foto: Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. „Darunter sind auch sechs Kinder“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Mehr als 50 weitere Personen sind nach Angaben der Militärverwaltung verletzt worden. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden.

Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Straße und Wohnhäuser geführt worden, beklagte Selenskyj. „Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das.“ Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.

Autos und Garagen seien in Brand geraten und mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak. Die Zahl der Opfer dürfte noch zunehmen. Die Heimatstadt von Präsident Selenskyj liegt gut 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Das russische Militär bestätigte später den Schlag gegen Krywyj Rih. Moskau sprach hierbei allerdings von einem „Hochpräzisionsschlag“. Getroffen worden sei ein Restaurant, in dem sich ukrainische Kommandeure mit westlichen Instrukteuren getroffen hätten. „Durch den Schlag lagen die Verluste des Gegners bei 85 Soldaten und Offizieren ausländischer Staaten“, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem seien rund 20 Militärfahrzeuge zerstört worden. Zu zivilen Opfern machte Moskau keine Angaben. Auf von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern vom Ort des Angriffs waren keine Hinweise auf militärische Ziele zu sehen.

Die Ukraine wehrt sich seit über drei Jahren gegen eine russische Invasion.

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(dpa)