Aber es gibt Grenzen.
Beim Erzählen sollten es Erwachsene mit dem Schwelgen in Erinnerungen nicht übertreiben, rät Psychologin Julia Umek von der Universität Wien. Am besten sollten sie warten, bis der Nachwuchs von sich aus fragt. Und sie können öfter eine Pause einlegen und zurückfragen: „Was denkst du darüber?“. Schließlich seien Sohn oder Tochter eigene Charaktere mit eigenen Interessen.
Auf Fragen, die mit peinlichen oder schmerzlichen Erinnerungen verbunden sind, müssten Eltern nicht antworten, erläutert die Wissenschaftlerin in der Zeitschrift „Baby und Familie“. Sie sollten aber ehrlich sein und entgegnen: „Mir ist es da nicht so gut gegangen. Ich möchte mich nicht daran erinnern.“ Durch das „Nein“ lernten Kinder Grenzen kennen und entwickelten ein Gespür für den sensiblen Umgang mit anderen.