Sollte man sich Heiligabend dennoch mit allen zusammen an einen Tisch setzen? Hierbei kommt es vor allem auf das Verhältnis der getrennten Eltern an: „Wenn die Eltern das ganze Jahr nichts miteinander zu tun haben und sich dann auf einmal an Weihnachten zusammentun, ist das für die Kinder schon verwirrend“, sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.
Oft wird damit für Kinder auch die Tür „Hoffnung“ geöffnet: Kommen Mama und Papa vielleicht doch wieder zusammen? Besser kann ein gemeinsam verbrachtes Fest funktionieren, wenn es geklärte Verhältnisse gibt: Mama hat einen neuen Freund, Papa eine Partnerin. Ein Allheilmittel ist das allerdings nicht. Weihnachten kann bei Kindern dann trotzdem den Wunsch wecken, dass ihre Mutter und ihr Vater wieder ein Paar werden - was aus Kindersicht legitim ist.
Worüber sich Eltern außerdem Gedanken machen sollten: Der Wunsch, zusammen Weihnachten zu feiern, ist nicht immer ein Bedürfnis der Kinder - sondern eines der Eltern. „Vielleicht ist es für die Kinder genauso in Ordnung, den 24. aufzuteilen und mit dem Ex-Partner eine neue Tradition zu finden“, sagt Ritzer-Sachs.