Die Delegierten müssen sich nicht an Vorgaben der Parteispitze halten. Viele der 16 Landesverbände haben trotzdem offiziell Stellung bezogen. Dabei wird deutlich, wie zerrissen die Partei ist.
Nordrhein-Westfalen: 144 Delegierte
Der wichtige Landesverband mit den meisten Delegierten in Bonn will keine Vorab-Abstimmung - auch nicht im Vorstand. Sieben Arbeitsgemeinschaften haben aber „große Zweifel“ gegenüber der Bildung einer weiteren Großen Koalition angemeldet.
Niedersachsen: 81 Delegierte
Der Landesvorstand stimmte bei drei Enthaltungen ohne Gegenstimme für Koalitionsverhandlungen.
Bayern: 78 Delegierte
Der bayerische SPD-Landesvorstand tagt erst am Freitagabend in Nürnberg. Eingeladen sind auch die 78 Parteitagsdelegierten. Landeschefin Natascha Kohnen wirbt für Koalitionsverhandlungen, auch der Vorstand der Landtagsfraktion ist dafür.
Hessen: 72 Delegierte
Aus Hessen wurden schon früh Wünsche nach Nachbesserungen laut. Der Landesvorstand empfiehlt seinen Delegierten aber, für Koalitionsverhandlungen zu stimmen. Für den Beschluss gab es am Mittwochabend zehn Ja- und drei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen.
Rheinland-Pfalz: 49 Delegierte
Der Landesvorstand berät erst am Freitagabend in Mainz. Offen ist aber, ob es einen Beschluss oder eine Empfehlung geben wird.
Baden-Württemberg: 47 Delegierte
Eine Abstimmung wird es im Südwesten nicht geben. Der Landesverband ist in der GroKo-Frage zerrissen - je basisnäher, desto kritischer.
Saarland: 24 Delegierte
Die Spitze der Saar-SPD empfiehlt die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union im Bund. Mit 18 zu 1 fiel das Votum am Mittwochabend eindeutig aus.
Schleswig-Holstein: 24 Delegierte
Formale oder Probe-Abstimmungen gibt es nicht. „In der SPD Schleswig-Holstein sind die Meinungen zum weiteren Vorgehen vielfältig und es gibt keine Voten“, sagte SPD-Landeschef Ralf Stegner der dpa.
Berlin: 23 Delegierte
21 zu 8: Der Berliner Landesvorstand hat sich deutlich gegen Verhandlungen ausgesprochen und ist damit nicht der Empfehlung des Vorsitzenden und Regierenden Bürgermeisters Michael Müller gefolgt.
Hamburg: 15 Delegierte
Die Hamburger SPD hat sich für Gespräche über eine Neuauflage der großen Koalition im Bund ausgesprochen. Der Landesvorstand empfahl „einvernehmlich“, Verhandlungen aufzunehmen.
Brandenburg: 10 Delegierte
Der Landesvorstand hatte sich klar mit neun zu zwei Stimmen für Koalitionsverhandlungen ausgesprochen.
Bremen: 8 Delegierte
Ein Probeabstimmung im SPD-Landesvorstand ist nicht geplant. Aber die acht Bundesparteitagsdelegierten des Bremer Landesverbandes treffen sich am Freitag zu einer parteiinternen Diskussion mit der Basis.
Sachsen-Anhalt: 6 Delegierte
Ein Landesparteitag hat gleich am Tag nach dem Sondierungsende gegen Koalitionsverhandlungen gestimmt - allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit.
Thüringen: 7 Delegierte
Die Thüringer hatten sich als erster SPD-Landesverband bereits im Dezember gegen eine große Koalition ausgesprochen.
Sachsen: 7 Delegierte
Eine Abstimmung im Landesverband ist nicht geplant. Die Delegierten sind geteilter Meinung - Landeschef Martin Dulig sieht gar die Gefahr einer Spaltung.
Mecklenburg-Vorpommern: 5 Delegierte
Der erweiterte Landesvorstand berät am Freitag, auch die Landtagsfraktion ist dabei - aber eine Abstimmung ist bisher nicht geplant.