Über die mögliche Höhe des Schadenersatzes machten die Richter keine Angaben. Gegen den 57-jährigen Middelhoff und weitere zehn frühere Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder der Arcandor AG hatte deren Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geklagt. Insgesamt verlangt er 175 Millionen Euro Schadenersatz.
Hintergrund sind die umstrittenen Verkäufe von fünf Karstadt-Häusern an den Oppenheim-Esch-Fonds 2005. Nach Ansicht von Görg waren diese Geschäfte für Arcandor wirtschaftlich nachteilig. Bei vier der fünf Immobilienverkäufe können die Richter nach ihrer vorläufigen Einschätzung allerdings keine Pflichtverletzungen erkennen.
Middelhoff weist die Vorwürfe des Insolvenzverwalters insgesamt zurück. Er habe lediglich bereits verbindlich geschlossene Verträge erfüllt. Gegen den einstigen Top-Manager, der früher Vorstandschef der Bertelsmann AG war, gibt es weitere Klagen. Middelhoff selbst will aber auch Schadenersatz von Görg fordern. Am Dienstag kündigte sein Anwalt Winfried Holtermüller eine entsprechende Klage an. Wegen des Verdacht des Prozessbetrugs hat Middelhoff Görg bereits verklagt.