Vor 30 Jahren waren deutschsprachige Texte ebenfalls angesagt, doch meist mit anderem Sound. Die Neue Deutsche Welle (NDW) erreichte 1983 ihren Höhepunkt. Ein Rückblick von A bis Z:
A wie ANDREAS DORAU: Bereicherte die NDW mit „Fred vom Jupiter“ 1981 und musiziert auch heute noch auf der Höhe der Zeit.
B wie BRUTTOSOZIALPRODUKT: Größter Hit der Bochumer Band Geier Sturzflug im Jahr 1983, neben dem Lied „Besuchen Sie Europa (solange es noch steht)“ im selben Jahr.
C wie CODO: „Codo... (düse im Sauseschritt)“ - DÖF-Lied über ein liebebringendes außerirdisches Wesen. Der Sommerhit 1983. Ohrwurm ohne Gnade. „Und ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt...“
D wie DÖF oder DAF: Deutsch-Österreichisches Feingefühl (DÖF) war eine Band mit Annette Humpe und Inga Humpe. DAF ist die Abkürzung der Band Deutsch Amerikanische Freundschaft („Alles ist gut“).
E wie EISBÄR: Lied der Schweizer Band Grauzone von 1980, das aber erst 1981 zum Hit wurde. Mit der tiefsinnigen Zeile „Eisbären müssen nie weinen“.
F wie FRL. MENKE: Sängerin, die mit „Hohe Berge“ 1982 einen der großen NDW-Hits landete.
G wie GIB GAS - ICH WILL SPASS: Unsäglicher Musikfilm mit Markus („Ich will Spaß“) und Nena („Leuchtturm“). Kam am 3. Februar 1983 in die Kinos der damaligen Bundesrepublik. 90 Minuten Fremdschämen.
H wie HUBERT KAH: Hatte den bekannten NDW-Hit „Sternenhimmel“ im Jahr 1982.
I wie IDEAL: Die Band Ideal ging als NDW-Vorreiter mit Liedern wie „Blaue Augen“ und „Berlin“ in die Geschichte ein.
J wie JOACHIM WITT: Er sang den NDW-Klassiker „Goldener Reiter“ (Single von 1981). Er ist bis heute aktiv und erfolgreich („Die Flut“, „Gloria“).
K wie KNUTSCHFLECK: Lied der Sängerin Ixi im Jahr 1983: „Mach mir doch kein Knutschfleck/alles nur kein Knutschfleck/so'n Fleck hat nur den einen Zweck/der Knutschfleck bleibt und du bist weg.“
L wie LUFTBALLONS: „99 Luftballons“ von Nena ist wohl der NDW-Hit schlechthin und eines der erfolgreichsten Lieder in deutscher Sprache überhaupt. War Ende März 1983 Platz 1 in Deutschland und 1984 sogar als „99 Red Balloons“ in Großbritannien. In den USA immerhin Platz 2.
M wie MAJOR TOM: Als „Major Tom (völlig losgelöst)“ von Peter Schilling ein Riesenhit und Anfang 1983 Platz 1 in Deutschland.
N wie NEUE MÄNNER BRAUCHT DAS LAND: Titel von Ina Deter im Jahr 1982, wobei sie mit dieser Parole wohl kaum den damals neuen Bundeskanzler Helmut Kohl meinte.
O wie OTTO: Nahm legendär viele NDW-Hits unter dem Motto Hänsel und Gretel aufs Korn („Hurra, hurra, die Hexe brennt“)
P wie PETER ILLMANN: Erster Moderator der Musikfernsehsendung „Formel Eins“, in der viele NDW-Stars auftraten und die Pop und Videoclips zu einem selbstverständlicheren Teil im Fernsehen werden ließ.
Q wie QUATSCH: Als solcher wurden fälschlicherweise die Lieder der österreichischen Gruppe Erste Allgemeine Verunsicherung wahrgenommen („Ba-Ba-Banküberfall“). Waren jedoch politischer als viele denken.
R wie ROCK ME AMADEUS: Hit von Falco („Der Kommissar“, „Jeanny“). Mit dem Song erklomm der österreichische Superstar 1986 als bislang einzigem deutschsprachigen Lied die Spitze der US-Billboard-Charts.
S wie SPLIFF: Band, deren kommerzieller Durchbruch 1982 der mafiöse Ohrwurm „Carbonara“ war. Auch schön: „Das Blech“.
T wie TRIO: „Da da da“ war der Gaga-Hit schlechthin von dieser Band mit Stephan Remmler. Popgewordener Dadaismus von 1982: „Da da da, ich lieb dich nicht du liebst mich nicht.“
U wie UKW: Band, die vor allem mit dem Lied „Sommersprossen“ 1982 in den Charts auf sich aufmerksam machte und die sich 1983 auflöste.
V wie VERSCHWENDE DEINE JUGEND: Doku-Roman von Jürgen Teipel (erstmals erschienen 2001). Unter anderem kommen hier Fehlfarben, DAF, Palais Schaumburg und Blixa Bargeld zu Wort. Analyse der Entstehung deutschsprachiger Punkmusik von 1976 bis 1983.
W wie WALDSTERBEN UND -ZERSTÖRUNG: Großes Thema der 80er Jahre, das die Band Gänsehaut 1983 auch in ihrem Lied „Karl der Käfer“ aufgriff.
X wie das X in EXTRABREIT: Extrabreit war eine der erfolgreichsten NDW-Bands mit Hits wie „Flieger, grüß mir die Sonne“ (1980) und „Hurra, hurra, die Schule brennt!“ (1981)
Y wie das Y in SPIDER MURPHY GANG: Die bayerische Band regte 1981 mit ihrem „Skandal im Sperrbezirk“ manchen auf, weil das Wort „Nutte“ im Text vorkam.
Z wie ZARAH: Lied von Nina Hagen im Jahr 1983. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“.