Ehemaligen Hauptmann ausgezeichnet Verdienstkreuz für Uwe Sander

Haan · Der Haaner wurde jetzt für sein vielfältiges Engagement beim Sozialwerk der Bundeswehr ausgezeichnet, das heute rund 110.000 Mitglieder zählt.

Uwe Sander mit dem Bundesverdienstkreuz im festlich geschmückten Ratssaal.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Einen Augenblick hatte er nach eigener Aussage überlegen müssen, dann brachte messerscharfes, militärisch geschultes Kalkül die Lösung: „Als der Brief Anfang des Jahres mit der Ankündigung der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes kam, war ich nur einen Augenblick überrascht, aber dann dachte ich mir, der Grund könne eigentlich nur im Bundeswehr-Sozialwerk liegen“, sagte Uwe Sander, womit er fraglos Recht hatte.

Als Hausherrin hatte Bürgermeisterin Bettina Warnecke jetzt in den festlich herausgeputzten alten Ratssaal des Haaner Rathauses geladen, wo sich zahlreiche Gäste, Familie, Parteifreunde aus der CDU Gruiten (allen voran Jens Lemke) sowie Offiziere der Bundeswehr versammelt hatten. Die Verleihung selbst übernahm Landrat Thomas Hendele.

Warnecke und Sander kennen
sich schon seit vielen Jahren

Warnecke kennt Uwe Sander bereits seit vielen Jahren, von 2003 bis 2010 haben sie gleichsam „Tür an Tür“ beim Bundeswehr-Sozialwerk in Düsseldorf gearbeitet. „Als Pressesprecherin hatte ich damals Gelegenheit, die vielfältigen Engagements von Uwe Sander zu begleiten“; erinnerte sich die Bürgermeisterin.

1988 hat Uwe Sander sein vielfältiges Engagement beim Sozialwerk der Bundeswehr, das heute rund 110.000 Mitglieder (Soldaten, Reservisten, zivile Angehörige der Bundeswehr sowie deren Angehörige) zählt, aufgenommen. Primäre Aufgabe des Sozialwerks, das als Verein organisiert, zugleich aber dem Bundesverteidigungsministerium angegliedert ist, ist die Unterstützung von Familien mit Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Handicaps.

„Zunächst habe ich mich als Betreuer von Kinder- und Jugendfahrten engagiert“, sagte Sander und verwies darauf, dass für Ferienangebote das Sozialwerk insgesamt 13 Hotels, drei Campingplätze sowie einige Ferienwohnungen unterhalte. „Aber auch für unterstützende Leistungen wie Treppenlifte oder spezielle Rollstühle, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden, kann das Sozialwerk finanziell einspringen“, erklärte Sander, der mit den Jahren unterschiedliche Stationen beim Sozialwerk durchlaufen hat und derzeit als stellvertretender Bundesvorsitzender fungiert. Jährlich verfügt das Sozialwerk über ein Budget von rund 22 Millionen Euro, die über Mitgliedsbeiträge und Spenden aufgebracht werden. Bei der CDU Haan-Gruiten unterstützt er zudem als Beisitzer die Vorstandsarbeit.

Sander brachte die Bigband
der Bundeswehr nach Haan

Beim Punkt „Spenden“ konnte Bürgermeisterin Bettina Warnecke einhaken. Sie lobte Sander, dass er zweimal bereits die Big Band der Bundeswehr zu Open-Air-Konzerten nach Haan gebracht und so Haanerinnen und Haanern ebenso unterhaltsame wie unvergessene Musikabende beschert habe. „Es ist mir eine Ehre, dass ich da heute dieser Verleihung beiwohnen kann“, erklärte die Bürgermeisterin, die dem frisch gebackenen Ordenträger einen Teller mit Haaner Stadtansicht überreichte.

Richtig feierlich wurde es, als Thomas Hendele mit feinmotorischer Akkuratesse das Verdienstkreuz am Bande aus der Schatulle nestelte und Uwe Sander ans Revers heftete. Bevor er mit seiner Laudatio begann, sah sich Hendele genötigt, mit zwei Vorurteilen bezüglich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes aufzuräumen. In seiner Vorbemerkung stellte der Landrat klar, dass es Vorurteile seien, dass man für das Bundesverdienstkreuz einfach nur lange genug warten müsse, bis man es bekomme, und ausschließlich ehrenamtliches Engagement für die Verleihung in Frage käme. „Wenn es das Sozialwerk der Bundeswehr nicht gäbe, so müsste man es erfinden“, lautete Hendeles Einschätzung hinsichtlich der Relevanz der sozialen Unterstützung im Kreis der Bundeswehr.

Sander hat in diesem Sozialwerk nahezu jede Funktion bekleidet, bis auf die des Bundesvorsitzenden. Diese Engagements waren erheblich zeitaufwendig. Mehrere Wochen im Jahr war Sander im Dienste des Sozialwerks von Frau Rita, mit der er in Gruiten lebt, getrennt. Diesen Verlust an gemeinsamer Zeit nahm die Bürgermeisterin zum Anlass, Rita Sander mit einem bunten Trost-Blumenstrauß zu beschenken. In nächster Zeit muss Uwe Sander zu einer wichtigen Bundeskonferenz nach Meran.