Erwerbslosenberatungsstelle: Hilfe in allen Lebenslagen

Bei der Erwerbslosenberatungsstelle der Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung des Kreises Viersen suchen jährlich bis zu 700 Menschen Unterstützung.

Kreis Viersen. Es ist schwierig, die Kunden von Tatjana Matuszczyk und Uwe Bemmann auf einen Nenner zu bringen. Mal sind es 16-jährige Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle, dann Mit-Zwanziger, die einen neuen Job haben wollen. Ebenso kommen Langzeitarbeitslose oder Mütter, die zurück ins Berufsleben möchten, zu den beiden Diplom-Sozialarbeitern.

Tatjana Matuszczyk und Uwe Bemmann betreuen die Erwerbslosenberatungsstelle der Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung (GFB) des Kreises Viersen. Seit dem 1. März 2002 finden Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Menschen, die von Erwerbslosigkeit bedroht sind, dort Beratung, Hilfe und Informationen. „Wir sind eine Beratungsstelle“, sagt Tatjana Matuszczyk. „Wir können keine Arbeitsstellen anbieten.“ Aber die beiden helfen, dass sich ihre Kunden bessere Voraussetzungen für den Weg ins Arbeitsleben schaffen.

Manchmal reicht es aus, die Bewerbungsunterlagen gemeinsam zu besprechen oder Tipps für die Internet-Recherche nach Stellenangeboten zu geben. Dann wieder sind es rechtliche Fragen, die Tatjana Matuszczyk und Uwe Bemmann beantworten.

„Oft stellen wir aber beim Beratungsgespräch fest, dass andere Probleme mit der Erwerbslosigkeit zusammenfallen“, sagt die Sozialarbeiterin. Schulden, Scheidung, Drogen oder andere private Probleme erschweren die Jobsuche. „Das Lösen psycho-sozialer Probleme hat oft Vorrang vor der Jobsuche“, sagt Uwe Bemmann. Dazu arbeitet die Beratungsstelle mit einem breit gefächerten Netz externer Berater zusammen, die Hilfe in allen Lebenslagen bieten.

Aufgrund der Vielschichtigkeit der persönlichen Schicksale ist jede Beratung individuell. Rund 30 bis 60 Minuten pro Termin nehmen sich die beiden Sozialarbeiter, die sich eine Vollzeit-Stelle teilen. 600 bis 700 Menschen wenden sich jedes Jahr an die Beratungsstelle der GFB.

„Den Ratsuchenden gefällt, dass die Beratung freiwillig und auf Wunsch anonym ist“, sagt Renate Friedrich, Projektmanagerin bei der GFB. „Auch die Kooperation mit anderen Beratungsstellen geschieht nur auf Wunsch der Erwerbslosen.“

Wie erfolgreich das Team der GFB mit seiner Beratung ist, lässt sich nur schwer in Zahlen ausdrücken. Aber die beiden Sozialarbeiter bekommen häufig Rückmeldungen von den Klienten, wie wertvoll ihre Unterstützung zum Beispiel bei der Job-Suche ist. „Und viele Klienten kommen wieder zu uns, weil sie gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Tatjana Matuszczyk. Red