Für dieses Geld, das den von ihr betreuten alten Menschen gehörte, soll sie von der Unterwäsche bis zum Heimkino Waren für sich und ihre Familie gekauft haben. Teilweise soll die bei Gerichtsmitarbeitern als extravagant geltende Frau die Belege auch doppelt bei verschiedenen Betreuten abgerechnet haben.
Auf die Schliche gekommen war ihr das Amtsgericht bei einer Routine-Überprüfung im Jahr 2007. Die Taten soll die Frau in den Jahren 2002 bis 2006 begangen haben. Weil sie schwer erkrankt ist, war es nicht möglich, eher gegen sie zu verhandeln. Mit auf der Anklagebank sitzt ein 60-jähriger Bezirksrevisor des Landes, der beim Landgericht arbeitet. Er soll die Betrügereien gedeckt haben. Er ist bislang nicht suspendiert oder versetzt worden. Beide Angeklagten machten am Dienstag noch keine Aussage. Sie hörten sich nur die zusammengetragenen Vorwürfe an. Der Prozess wird am 27. September fortgesetzt. ahl