Dass der Standort für das Unternehmen, das heute 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, sich seinerzeit in Wuppertal angesiedelt hat, sei dem puren Zufall geschuldet, erinnert sich ein Mann der ersten Stunde, Gerd Nickoleit. „Irgendwer hat hier die besten Lagermöglichkeiten in irgendwelchen Immobilien ausfindig gemacht. Seit 2008 ist der Autor des Buches „Fair for Nature – Ein gerechter Handel ist möglich“, das er gemeinsam mit Tochter Katharina veröffentlichte, altersbedingt nicht mehr im Unternehmen tätig.
An der Leidenschaft für das Thema, eine gerechte Welt ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, hat der Senior aber nichts eingebüßt. In seiner aktiven Zeit reiste der engagierte Visionär für die GEPA im Auftrag der ethischen Qualitätskontrolle durch die Welt und besuchte alle Handelspartner persönlich. Zuvor hatte er als Entwicklungshelfer mit kaufmännischem Hintergrund auch schon für die Organisation „Brot für die Welt“ gearbeitet. Er genoss sichtlich die tolle Stimmung und das riesige Interesse, das die Jubiläumsveranstaltung auch über die Stadtgrenzen hinaus bei Kunden, Freunden und Förderern des Konzeptes für fairen Handel zum Firmensitz gelockt hatte.
GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger, eröffnete die Veranstaltung nicht nur als launiger Gastgeber, der den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern seinen Dank aussprach, die Jubiläumsveranstaltung. Er war auch selbst für jeden Ulk zu haben und moderierte bis zur Unkenntlichkeit kostümiert: Schulterlange Hippie-Frisur und Lederjacke waren nur einige der Requisiten, die an die Mitte der 70er-Jahre erinnerten.
Die GEPA speise sich aus zwei Initiativen, erinnert sich Gerd Nickoleit, das seien die „Hungermärsche“ gewesen, mit denen besonders Engagierte kirchlicher Einrichtungen in den 70er-Jahren gegen ein nachkoloniales Ausbeutungssystem protestierten. Andererseits seien es auch Proteste gegen den Vietnam-Krieg, gegen eine konservativ-muffige Gesellschaft und gegen eine auf Ausbeutung basierende Weltwirtschaftsordnung gewesen, die den Wunsch nach sich zogen, ein System für fairen Handel zu entwickeln und fest im Wirtschaftssystem zu verankern. In diese Zeit gehören auch die Eine-Welt-Läden, in denen nach den Gottesdiensten Produkte aus der Dritten Welt verkauft wurden. Aufgabe der Welt-Läden ist es bis heute, Aufklärungs- und Bildungsarbeit über die Produktionsbedingungen in den Ländern der Dritten Welt zu leisten.
Neben tollen sieben Prozent Rabatt, die die Gäste zu der Äußerung veranlasste, „oh … dann können wir ja richtig zuschlagen!“, gab es jede Menge Probiermöglichkeiten, und die ansprechende Warenpräsentation lud zum Stöbern und Einkaufen ein. Farbenprächtige Heimtextilien, Körbe und Küchenhelfer aus Naturmaterialien gab es ebenso, wie feine Lederwaren, modische Nachtwäsche und Oberbekleidung oder Wellness-Produkte, Kerzen und Dekoartikel. Kulinarische Highlights gab es unter dem Fair-Trade-Logo zu probieren. Dazu gehören Schokoladen, Honig, Cerealien-Snacks, Weine und Kaffees. Aber auch zauberhaften Schmuck und dekorative Accessoires findet man im GEPA-Shop.